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Insektenstiche, Sonne, Allergien

Da fährt man in den langersehnten Urlaub, und dann verderben einem Hautausschläge und Juckreiz die erwünschte Erholung. Kompetente Beratung aus Ihrer Apotheke verhilft Ihnen zu einem unbeschwerten Urlaub.

Hautprobleme und Juckreiz im Urlaub

Hautprobleme auf Reisen werden in erster Linie durch Sonne, Insektenstiche, allergische Reaktionen oder durch die Klimaumstellung verursacht. Meist werden sie von Juckreiz begleitet, unangenehm sind sie für die Betroffenen allemal.

Insektenstiche

Durch den Biss oder Stich von Insekten gelangt der Speichel des Tieres in den menschlichen Körper und die fremden Eiweißstoffe führen zu Abwehrreaktionen: die Stelle um den Stich schwillt an und beginnt zu jucken. Durch Kratzen werden die Symptome noch verschlimmert. Die Stelle sollte sofort gekühlt werden. Gele mit beruhigenden Kamillenextrakten oder Essigsaurer Tonerde verschaffen Linderung, Gele, die ätherische Öle wie Menthol, Thymol oder Kampfer enthalten, bewirken ein kurzfristiges Kältegefühl. Calcium reduziert den Juckreiz und Quaddelbildung auf der Haut, indem es die Gefäßdurchlässigkeit senkt, die durch Histamin ausgelöst wird. Hier empfiehlt sich die einmalige Gabe von 1 g Calcium, am besten als Brausetablette, sofort nach dem Insektenstich. Bei sehr starkem Juckreiz können Gele mit einem Antihistaminikum Abhilfe schaffen, wenn die Stelle außerdem schmerzt sollte zusätzlich ein Lokalanästhetikum enthalten sein. Bei stärkeren Schwellungen können Antihistaminika auch oral eingesetzt werden, fragen Sie dazu Ihren Apotheker!

Problematisch können so genannte Sekundärinfektionen sein, die einige Tage nach dem Stich auftreten und oft zu starken Schmerzen und Schwellungen führen können. Sie treten sehr häufig nach Bremsenstichen auf. Hier helfen antiseptische Wundsalben, bei starken Infektionen ist aber auf jeden Fall ein Arzt zu Rate zu ziehen.

 

Vorbeugen ist besser als Heilen

Um Insektenstichen vorzubeugen, empfiehlt es sich, Repellentien (Insektenabwehrmittel) zu verwenden. Vor allem in tropischen Ländern, wo Insekten Überträger schwerer Infektionskrankheiten wie Malaria, Denguefieber oder Gelbfieber sind, führt an Repellentien kein Weg vorbei. Einen mechanischen Schutz bieten Moskitonetze, Mückengitter in Fenstern und langärmlige, helle Kleidung, um Insektenstiche möglichst zu verhindern. Räucherspiralen und Klimaanlagen helfen zusätzlich.

 

Sonnenbrand

Bei Sonnenbrand helfen kühlende Lotiones und fettfreie Cremes. Aloe-Vera-Gele haben sich sehr gut bewährt. Bei sehr starkem Juckreiz können auch lokale Antihistaminika eingesetzt werden. Die Sonne muss unbedingt für einige Tage gemieden werden.

 

Sonnenallergie

Bei der Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose) handelt es sich um eine Hauterkrankung, die durch UV-A-Strahlen verursacht wird. Sie tritt vor allem am Beginn der Badesaison auf, wenn sich die Haut noch nicht an die intensive Sonnenbestrahlung gewöhnt hat. Nach erster intensiver Sonnenbestrahlung kommt es zu sehr stark juckenden Hautausschlägen an Halsausschnitt, Oberarmen, Handrücken, Oberschenkeln und seitlichen Gesichtspartien. Vorbeugend helfen daher am besten ein langsames Gewöhnen an die UV-Strahlen und ein ausreichend hoher Sonnenschutz, vor allem auch mit hohem UV-A-Schutz. Sowohl Sonnenschutzpräparate als auch andere Hautpflegeprodukte sollten frei von Duft- und Konservierungsstoffen sowie Emulgatoren sein. Am besten eigenen sich Hydrogele.

Sonnenschutzmittel mit Antioxidantien (Vitamin E, Licochalcon A, Rutin,…) bieten einen Vorteil, alternativ können auch Antioxidantien-Komplexe (Vitamin C, Vitamin E, Zink, Selen, Flavonoide) oral eingenommen werden.

Gegen den Juckreiz helfen lokale oder orale Antihistaminika. Im Laufe der Saison gewöhnt sich die Haut langsam an die Sonnenstrahlen und es tritt Besserung ein.

 

Allergien

Allergien, ausgelöst durch Nahrungsmittel, Arzneimittel oder durch direkten Hautkontakt, können zu juckenden Hautauschlägen führen. Diese behandelt man lokal oder auch oral mit Antihistaminika. Zusätzlich haben sich aber auch bestimmte Mikronährstoffe als sehr hilfreich erwiesen.

• Vitamin B6 fördert den Abbau von Histamin und auch von Glutamat (beispielsweise bei einer Glutamat-Unverträglichkeit). 50 mg/d

• Vitamin D stabilisiert die Immunkörperbildung bei Allergien.

• Vitamin C: verbessert die Histamin-Elimination. 1g/d

• Flavonoide und weitere Antioxidantien verbessern die Vitamin C Wirkung

• Calcium verhindert die Histamin-Freisetzung aus den Mastzellen und senkt die Gefäßdurchlässigkeit. 1g/d

• Zink: vermindert die Histamin-Freisetzung. 10-20mg/d

• Mangan: vermindert die Histamin-Freisetzung. 40-50mg/d

 

Hautprobleme durch Klimaumstellung

Durch Klimaumstellung kann unsere Haut irritiert reagieren. Im feucht-warmen Klima kommt es durch vermehrtes Schwitzen und starker Hitze häufig zu „Schwitzbläschen“, vor allem in Hautfalten. Luftige Kleidung und gute Belüftung der betroffenen Stellen bringen Erleichterung, juckreizlindernde Gele können ebenso eingesetzt werden wie orale Antihistaminika. Zum Austrocknen können auch Zinkoxid-Schüttelmixturen verwendet werden. Wenn die Haut entzündlich ist, helfen desinfizierende Cremes, keinesfalls sollten aber fette Salben verwendet werden.

Im trockenen Klima kommt es zu stärkerer Austrocknung der Haut. Hier helfen rückfettende Cremes (zum Beispiel mit Harnstoff) und man sollte ausreichend Wasser trinken.

  • Datum 09.04.2014
  • Autor Mag. pharm. Barbara Verdino