Kakaoflavonoide fördern das Gedächtnis

Schon mehr als zwei Jahrtausende wird die Kakaobohne medizinisch genutzt.Es wird angenommen, dass sich viele ihrer therapeutischen Eigenschaften bestimmten Inhaltsstoffen, den Flavonoiden zuordnen lassen.

Mit zunehmendem Alter nimmt unsere Gedächtnisleistung ab. Als mögliche Ursachen vermuten Forscher Veränderungen im Gyrus dentatus, einem Teil des Hippocampus - hier werden Gedächtnisinhalte verwaltet und vom Kurzzeit- in den Langzeitspeicher überführt. In einer Studie an Mäusen konnte gezeigt werden, dass Flavonoide die kognitiven Fähigkeiten älterer Tiere steigern. Kakao enthält Flavonoide -  sekundäre Pflanzenstoffe, die sich chemisch vom Grundgerüst des Flavan  ableiten.

Einerseits lassen sie die Nervenzellen im Gyrus dentatus sprießen, andererseits sorgen sie für eine bessere Durchblutung des betreffenden Hirnareals. US-Forscher haben sich nun mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich ähnliche Effekte auch beim Menschen erzielen lassen.


Verbesserte Gedächtnisleistung

Für ihre Studie erhielten 37 Probanden in einem Zeitraum von drei Monaten Kost mit unterschiedlich hohen Flavonoidgehalten. Eine Gruppe nahm täglich 900mg Flavanole zu sich, die zweite Gruppe nur 10mg.

Anschließend maßen die Wissenschaftler mithilfe des funktionellen MRTs, welche Auswirkungen der Drink auf das Blutvolumen im Gyrus dentatus hat. Die Ergebnisse der kleinen Studie, die kürzlich im Fachjournal "Nature Neuroscience" veröffentlicht wurden, bestätigten jene aus dem Tierversuch. Je höher die Flavonol-Zufuhr, desto besser war der Gyrus dentatus durchblutet. Zudem schnitten die Personen besser bei den Gedächtnisübungen ab.
 

Mit Vorsicht zu genießen

Die Studie ist freilich mit Vorsicht zu genießen. Der Flavonoid-Anteil in im Handel erhältlichen Schokoladenprodukten ist sehr gering, außerdem geht der Großteil der Flavonoide bei der Verarbeitung der Kakaobohnen verloren.