Klimawandel macht Allergikern das Leben schwer

Ragweed – auch bekannt als Ambrosie – gehört zu den Pflanzen mit dem am stärksten allergieauslösenden Pollen. Diese aus Nordamerika eingeschleppte Art breitet sich seit einigen Jahrzehnten auch in Mitteleuropa aus. Ein internationales ForscherInnenteam hat in einer neuen Studie herausgefunden, dass die durch den Klimawandel begünstigte Verbreitung der Pflanze eine massive Zunahme der Pollenbelastung verursacht.

Die Verschleppung von Pflanzen- und Tierarten über Kontinente hinweg ist eine unbeabsichtigte Folge der Globalisierung. Manche dieser in anderen Gebieten eingeschleppten Arten verursachen Probleme – im Fall von Ragweed sind diese heute schon gravierend. Diese Art ist in den Tieflagen Österreichs in den letzten Jahren zunehmend häufiger geworden. Sie dringt in Äcker ein und verursacht dann erhebliche Ernteverluste. Schwerwiegender ist jedoch noch, dass sie hoch allergenen Pollen besitzt, der bei Allergikern im Sommer zu massiven gesundheitlichen Problemen, wie Asthma, führen kann. Etwa fünf Prozent aller ÖsterreicherInnen reagieren allergisch auf Ragweed-Pollen.
 

Ragweed – ein Gewinner des Klimawandels
 

Ein internationales ForscherInnenteam unter der Mitarbeit von Franz Essl, Biodiversitätsforscher an der Universität Wien, prognostizierte erstmals die Ausbreitung von Ragweed in Europa unter Berücksichtigung des Klimawandels bis 2050. Der ernüchternde Befund: "Die Pollenbelastung wird sich bis Mitte des 21. Jahrhunderts voraussichtlich vervierfachen. Der Klimawandel sowie die derzeit noch nicht abgeschlossene Besiedlung geeigneter Lebensräume sind die Hauptursachen dafür", erläutert Essl und ergänzt: "Für Österreich bedeutet dies, dass besonders in kühleren Regionen, wie in Alpentälern, wo es derzeit dieser Wärme liebenden Art zu kalt ist, die Pollenbelastung besonders massiv steigen wird".

 

  • Datum 28.05.2015
  • Autor Stephan Brodicky, Öffentlichkeitsarbeit Universität Wien