Apotheker: Aktionsplan Klinische Pharmazie gefordert

Im Rahmen der „Onkologischen Wintergespräche“ diskutierten nationale und internationale Experten über aktuelle Neuerungen aus dem Bereich der Krebstherapie.

Im unabhängigen Satellitensymposium „Klinisch-Pharmazeutische Wintergespräche“ mit dem fachlichen Schwerpunkt „Therapiemanagement von gastrointestinalen Nebenwirkungen“ fand auch eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Berufsbild und der Rolle der klinischen Pharmazeuten statt.
Dabei fasste der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Mag.pharm. Max Wellan, die Wortmeldungen des Podiums zusammen und stellte drei zentrale Forderungen im Bereich der Klinischen Pharmazie:
 

  1. Die positiven Auswirkungen einer klinisch pharmazeutischen Betreuung konnten für Patienten international mehrfach belegt werden. Daher müssen auch in Österreich ausreichend klinische Pharmazeuten in den Spitälern verfügbar sein. Insbesondere Patientinnen und Patienten mit Polymedikation und Hochrisiko-Arzneimitteln haben ein Anrecht auf die Expertise von klinischen Pharmazeuten. Dies dient neben der Arzneimitteltherapiesicherheit der Lebensqualität der Patienten und dem Gesundheitssystem gleichermaßen.
  2. Österreichs Apotheker fordern daher nunmehr einen strukturierten Aktionsplan „Klinische Pharmazie“. Dieser muss die bisherigen erfolgreichen Einzelprojekte zusammenfassen und so eine systematische Weiterentwicklung ermöglichen. Dabei gilt es für entsprechende Rahmenbedingungen zu sorgen.
  3. Eine nahtlose Zusammenarbeit bei der Arzneimitteltherapie der Patienten muss sichergestellt werden. Klinische Pharmazie kann ihren optimalen Nutzen nur entfalten, wenn die Apotheker integraler Bestandteil eines multiprofessionellen Teams sind. Die klinisch pharmazeutische Betreuung in den Spitälern und Pflegewohnheimen, das Aufnahme- und Entlassungsmanagement, sowie das Medikationsmanagement in den öffentlichen Apotheken sind dabei idealerweise miteinander verknüpft und stellen sicher, dass eine entsprechend kontinuierliche klinisch pharmazeutische Betreuung für Patienten durchgehend verfügbar ist.


Die Forderungen werden von den drei krankenhauspharmazeutischen Gesellschaften (Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Krankenhausapotheker, Österreichische Gesellschaft für Krankenhauspharmazie und Österreichische Gesellschaft für klinische Pharmazie) voll unterstützt.


Krankenhausapotheken auf einen Blick

Krankenhausapotheker und klinische Pharmazeuten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Qualität und Sicherheit der Behandlung im Krankenhaus. Sie stellen sicher, dass alle Patientinnen und Patienten optimal mit Medikamenten, Diagnostika und Medizinprodukten versorgt werden, fertigen individuell angepasste Arzneimittel selbst an und sind die zentralen Ansprechpartner für alle Arzneimittelfragen.
Die Klinische Pharmazie verfolgt die optimale Arzneimitteltherapie für den einzelnen Patienten und soll den sicheren, effektiven und wirtschaftlichen Einsatz von Arzneimitteln im Krankenhaus gewährleisten.