Erhöhtes Knochenbruchs-Risiko bei Diabetikern

Rund 600.000 Menschen leiden in Österreich an Diabetes mellitus. Alle 50 Minuten stirbt ein Mensch an den Folgen, und 62 % aller Amputationen gehen auf diese Erkrankung zurück. Tendenz steigend. Damit liegt Österreich im (schlechten) internationalen Trend. IMS HEALTH warnt nun, dass Diabetiker auch ein 36 % höheres Knochenbruchs-Risiko haben.

Diabetes kann zu erhöhtem Blutzuckerspiegel und in weiterer Folge zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche oder Netzhautschäden führen. Das ist bekannt. Ältere Studien haben zudem nachgewiesen, dass die Volkskrankheit auch negative Auswirkungen auf die Knochen der Patienten haben kann. ForscherInnen von IMS HEALTH konnten nun mithilfe einer Versorgungsforschungs-Studie belegen, dass unter Typ-2-Diabetes-Patienten überproportional viele Knochenbrüche auftreten.

Für die Studie untersuchte IMS HEALTH inwiefern neu diagnostizierte Typ-2-Diabetes-PatientInnen unter Frakturen leiden. Sie analysierten die Daten von 299.104 Typ-2-Diabetes-Patienten aus 1.072 Praxen.
 

Frakturen an oberen Extremitäten, Hüfte und Wirbelsäule

Typ-2-Diabetes-Patienten und Patienten der Kontrollgruppe waren gleich in Bezug auf Durchschnittsalter (66 Jahre), Geschlechterverhältnis (51 % männlich). Unterschiede zeigten sich bei der Betrachtung der Frakturhäufigkeit. Die Analysen ergaben, dass zehn Jahre nach Erstdiagnose 15 % der Typ-2-Diabetes-Patienten bzw. 13 % der Kontrollgruppe mindestens eine Fraktur erleiden. Im multivariaten Regressionsmodell wurde Diabetes mit 36 % Risikoerhöhung für Frakturen assoziiert. Am häufigsten wurden Frakturen an den oberen Extremitäten diagnostiziert, gefolgt von Hüftfrakturen. Brüche an der Wirbelsäule traten seltener auf.

„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass neu diagnostizierte Typ-2-Diabetes-Patienten innerhalb der ersten zehn Jahre ein um 36 Prozent erhöhtes Risiko haben, sich Frakturen vor allem an Oberarm und Schulter sowie der Hüfte zuzuziehen“, resümiert Mag. Erika Sander, Geschäftsführerin von IMS HEALTH in Österreich. „Eine Kombination aus schlechter Knochenbeschaffenheit und häufigerem Fallen aufgrund von Hypoglykämie und Komorbiditäten könnte der Grund sein – aber diese These bedarf weiterer Untersuchungen.“
 

  • Datum 06.04.2016
  • Autor IMS HEALTH | Mag. Stefan Baumgartner

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