Risikofaktoren für Kopf- und Halstumore

Schockbilder auf den neuen Zigarettenpackungen, die nach der aktuellen Tabakgesetznovelle produziert und verkauft werden, visualisieren erstmals deutlich in der österreichischen Öffentlichkeit Mund-, Rachen- und Kehlkopfkrebs. Doch wenige wissen über diese Tumore wirklich Bescheid.

Der österreichische Koordinator des World Head and Neck Cancer Day, Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher, Leiter der HNO-Universitätsklinik der Medizinischen Universität Graz, erklärt: "Endlich werden mit Bildern die Gefahren der Rauchens deutlich sichtbar gemacht. Während viele bösartige Tumorarten in den letzten Jahren rückläufig sind, nehmen bösartige Tumore des Rachens zu. Der Kopf- und Halskrebs Welttag ist ein guter Anlass, über potenzielle Auswirkungen des Lebensstils auf die Gesundheit umfassend zu informieren, da hier Prävention und Früherkennung Leben retten kann! "

Was sind Kopf- und Halstumore?   

Unter Kopf- und Halstumoren werden unterschiedliche Hautkrebsarten dieser Region und alle Schleimhautkarzinome von Lippe, Nasenhaupt- und Nebenhöhlen, Mundhöhle, Mund-, Nasen- und Schlundrachen sowie dem Kehlkopf verstanden. Weiters fallen auch Tumoren der Speicheldrüsen unter diese Definition. Gegenwärtig stellen die Kopf- und Halstumore weltweit die 6. häufigsten bösartigen Krebsarten dar. In Österreich werden jedes Jahr etwas mehr als 1.000 Kopf- und Halstumoren diagnostiziert.    

Was sind die Auslöser und Risikofaktoren?    

Manche Patienten bekommen ein Karzinom der Kopf- und Halsregion ohne ersichtlichen Grund. Allerdings erhöhen bestimmte "Risikofaktoren" die Chance auf eine Krebserkrankung. Neben den entsprechenden Karzinogenen muss auch eine genetische Veranlagung vorhanden sein.    

  • Rauchen und Alkohol

Die zwei wichtigsten Karzinogene für die Entstehung von Kopf- und Halskarzinomen sind Alkohol und Tabak. Alkohol und Tabak haben einen synergistischen karzinogenen Effekt, der eventuell darauf zurückzuführen ist, dass Alkohol als Lösungsmittel für die Karzinogene des Tabaks fungiert.    

  • Humanes Papillomavirus (HPV)

Der Zusammenhang von HPV-Infektionen und der Entstehung des Cervixkarzinoms ist seit langem bekannt. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass die Infektion mit den HPV-Serotypen 16 und 18 bei der Entstehung mancher Kopf- und Halstumore ein Rolle spielen, insbesondere in Mandelkarzinomen konnte eine sehr hohe Prävalenz von HPV gezeigt werden (21-100%). Die Tendenz ist international steigend, wobei in den USA davon ausgegangen wird, dass im Jahr 2020 die Zahl der HPV-assoziierten Mundrachenkarzinome bei beiden Geschlechtern die Zahl der Zervixkarzinome übersteigen wird.    

  • Berufliche Risiken

Metall-, Holz-, Leder- und Kohlenstaub sowie organische Lösungsmittel stellen weitere Risikofaktoren dar.    

Bei Früherkennung gut therapierbar    

Thurnher betont: "In der Behandlung von Kopf- und Halstumore wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Es ist und bleibt aber wichtig vorzusorgen und vorzubeugen. Rauchen und Alkohol und vor allem die Kombination aus beidem sollte vermieden werden, um das Risiko einer Krebserkrankung im Kopf- und Halsbereich zu senken. RaucherInnen sollten einmal im Jahr zum Kehlkopfcheck bei der HNO Fachärztin/dem HNO Facharzt zu gehen. Die amerikanische Krebsgesellschaft nennt folgende Warnzeichen für Hals- und Kopftumore, bei deren Auftreten ein Facharztbesuch anzuraten ist:    

  1. Luftbeschwerden und Atemnot
  2. Fremdkörper- und Kloßgefühl im Hals
  3. ins Ohr ausstrahlende Schmerzen
  4. ständiger Husten, manchmal mit Blutauswurf
  5. Heiserkeit, Schmerzen oder Kratzen im Hals
  6. Knotenbildung am Hals

 

  • Autor APAMED vom 26.07.2016 Rubrik: Medical Week

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