Jugendliche klagen über regelmäßige Kopfschmerzen

Kopfschmerz ist in Österreich eine der häufigsten Schmerzarten bei Jugendlichen: 75 % der 14- bis 19-Jährigen litten in den letzten drei Monaten darunter – mehr als jede/r Fünfte mindestens einmal pro Woche. Viele Jugendliche fühlen sich nicht ernst genommen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage.

Die Initiative Schmerzlos informiert Eltern und Erziehungsberechtigte über eine angemessene, altersgerechte Schmerzbehandlung mit dem Fokus auf Kopfschmerzen und Migräne.
 

Drei Viertel der Jugendlichen leiden unter Kopfschmerzen

Akute Schmerzen sind bei Jugendlichen in Österreich keine Seltenheit – gerade Kopfschmerzen kommen sehr häufig vor. In der vorliegenden Umfrage berichteten über 75 % der 14- bis 19-jährigen Österreicher/innen, in den vergangenen drei Monaten zumindest einmal Kopfschmerzen gehabt zu haben – davon 3 % täglich, 10 % mehrmals pro Woche und mehr als jede/r Fünfte einmal pro Woche.
 

Mögliche Folgen – vom Schulausfall bis hin zur Chronifizierung

Die Kopfschmerzen hindern ein knappes Drittel der Jugendlichen (32 %) mindestens einmal im Monat daran, zur Schule oder zur Arbeit zu gehen. Fast ebenso häufig (30 %) können Freizeitaktivtäten aufgrund von Kopfschmerzen nicht ausgeübt werden. „Ständig wiederkehrende Kopfschmerzen sind ein ernst zu nehmendes Problem, denn sie erzeugen insbesondere bei Jugendlichen einen großen Leidensdruck und beeinträchtigen deren Lebensqualität signifikant – das wird sowohl von Eltern als auch von Lehrern häufig unterschätzt. Die Kopfschmerzen können zu wiederholtem Schulausfall, mangelndem Selbstbewusstsein und zur Entwicklung chronischer Schmerzen führen“, berichtet Dr. med. Gernot Luthringshausen, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

Prof. Dr. med. Gregor Brössner, Präsident der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft weiter: „Eltern und Erziehungsberechtigte sind gefragt: Sie sollten ihre jugendlichen Kinder ernst nehmen und für eine leitliniengerechte Behandlung ärztlichen Rat einholen.“. 

Kopfschmerzauslöser Nummer 1: Stress

Schmerzursachen bei Jugendlichen gibt es viele. Die Risikofaktoren: häufigen Konsum von alkoholischen Cocktails, hohen Kaffeekonsum, körperliche Inaktivität und tägliches Rauchen. Auffällig ist, dass die Jugendlichen in Österreich ganz andere Risikofaktoren für ihre Kopfschmerzen vermuteten, vor allem Stress. Denn 46 % der Befragten geben Stress in der Schule als größten Risikofaktor an.

Experten der Universität München gehen davon aus, dass neben Stress auch der Lebensstil einen deutlichen Einfluss auf die Entstehung von Kopfschmerzen haben kann. So lassen sich Migräne und Spannungskopfschmerzen häufiger bei Jugendlichen beobachten, die viel rauchen, Alkohol trinken und sich selten bewegen.
 

Hohe Eigenverantwortlichkeit bei der Behandlung

Denn immerhin 69 % der Jugendlichen sprechen mit ihren Eltern über ihre Kopfschmerzen. Erstaunliche 14 % sagen aus, selbst zu wissen, was zu tun sei. Strategien zur Selbstbehandlung sind insbesondere folgende: Ausruhen und hinlegen (70 %), (viel) Wasser trinken (54 %), Frischluft tanken (42 %) und Schläfen massieren (22 %).
 

3 von 10 Jugendlichen fühlen sich nicht ernst genommen

28 % der Befragten haben schon einmal die Erfahrung gemacht, von den Eltern nicht ernst genommen zu werden – bei den Mädchen sind es 37 %. Von den Arbeitgebern oder Lehrern fühlen sich gar vier von zehn Jugendlichen nicht ernst genommen (41 %). Mit der Hausärztin/dem Hausarzt haben erst 19 % der Betroffenen gesprochen, mit der Neurologin/dem Neurologen nur 8 %. Mit 73 % gibt der Großteil an, noch nie mit einem Experten über seine Kopfschmerzen gesprochen zu haben. „Dieses Ergebnis ist für die Ärzteschaft alarmierend: Schließlich besteht die Gefahr der Chronifizierung.“, betont Brössner.


Die Website www.initiative-schmerzlos.at bietet viele wertvolle Informationen zu Ursachen jugendlicher Schmerzen, Tipps zur Vorbeugung und für den Umgang mit Kopfschmerzen sowie wichtige Hinweise zur richtigen Dosierung und Einnahme von Schmerzmitteln.

  • Datum 20.07.2016
  • Autor Initiative Schmerzlos Pressebüro Österrreich c/o ikp Wien GmbH

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