Fortschritte in der Krebstherapie

Die Tumortherapie hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Dank innovativer Ansätze in der Diagnostik und Therapie können Patientinnen und Patienten mit verschiedensten Krebsformen und -stadien von entscheidenden Verbesserungen der Lebenserwartung sowie der Lebensqualität profitieren.

Bahnbrechende Entwicklungen durch Immuntherapie & Co.

Einen wesentlichen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung haben in jüngster Zeit immunologische Tumortherapien geleistet. Sie beruhen auf der Erkenntnis, dass Tumorzellen die Abwehr gegen sich selbst unterdrücken und sich so erfolgreich einer Zerstörung durch körpereigene Abwehrmechanismen entziehen können. Durch die neuen Immuntherapien wird das Immunsystem durch eine Blockade dieser Mechanismen geschützt bzw. wieder gegen den Tumor aktiviert. "Die ersten zugelassenen Präparate bewähren sich bereits im klinischen Einsatz, vor allem bei fortgeschrittenen Stadien des Melanom, des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms sowie des Nierenzellkarzinoms. Viele neue Substanzen stehen bereits kurz vor der Marktreife", betont Christoph Zielinski, MedUni Wien/AKH Wien. Neben der guten Wirksamkeit zeichnen sich die neuen Immuntherapeutika auch durch eine ausgezeichnete Verträglichkeit aus.
 
"Ein wichtiges Forschungsfeld ist auch die Etablierung neuer Kombinationen von Medikamenten, welche die Funktion der Immunabwehr entweder verstärken oder deren Blockade aufheben", berichtet Zielinski. Parallel zu den Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie laufen auch im Bereich der personalisierten Medizin intensive Forschungsaktivitäten. Zum einen werden neue Medikamente in Studien geprüft, zum anderen neue prädiktive Biomarker entwickelt, mit denen sich das individuelle Ansprechen auf eine Therapie vorab einschätzen lässt. Ein großer Vorteil dieser zielgerichteten Therapien besteht darin, dass sie im Allgemeinen sehr gut verträglich sind.
 

Revolutionäre Erfolge bei Leukämien, Lymphomen und beim Multiplen Myelom

"Auf dem Gebiet der hämatologischen bösartigen Erkrankungen ist in den letzten zwei bis drei Jahren kein Stein auf dem anderen geblieben", erklärte Ulrich Jäger, MedUni Wien/AKH Wien. Bahnbrechende Fortschritte wurden bei verschiedensten Krebsformen erzielt, vor allem bei der akuten und der chronischen lymphatischen Leukämie, dem multiplen Myelom, der akuten myeloischen Leukämie und Morbus Hodgkin. Dadurch konnten bei bestimmten Patientengruppen auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien die Überlebensraten bzw. die Heilungschancen drastisch erhöht werden.

Bei Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie, die bereits aufgegeben waren, konnten mit dem Verfahren Remissionsraten von 100 Prozent realisiert werden. Bei Erwachsenen mit diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen kommt immerhin die Hälfte der PatientInnen in komplette Remission. Die Medizinische Universität Wien ist gemeinsam mit dem St. Anna-Kinderspital eines von nur neun Zentren in Europa, die an einer Studie mit dieser Methode teilnehmen. Der erste Patient wurde erst kürzlich aufgenommen.
 

Heilungschancen bei Brustkrebs steigen weiter

In der Behandlung des Hormonrezeptor-positiven Karzinom (Luminal-B-Karzinom) bietet die Einführung neuer Immuntherapien in Kombination mit antihormoneller Therapie einen innovativen Chemotherapie-freien Behandlungsansatz. Von dieser Tumorart sind rund 40 bis 60 Prozent der Patientinnen betroffen, insbesondere Frauen nach dem Wechsel.
Bei Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom, das etwa zwölf bis 15 Prozent aller Brustkrebs-Fälle ausmacht, werden die Einsatzmöglichkeiten der verfügbaren Medikamente zunehmend besser charakterisiert. Dadurch können teilweise die Heilungschancen sowie die Lebensqualität deutlich verbessert werden.


 
Termin: Krebstag am 9. Februar 2016 in Wien

"Aufklärung, Information und Erfahrungsaustausch sind für Krebspatienten und ihre Angehörigen äußerst wichtig", meint auch Gabriela Kornek, Präsidentin des Vereins "Leben mit Krebs". Aus diesem Grunde organisiert der Verein "Leben mit Krebs" regelmäßig Informationsveranstaltungen. Der nächste Termin ist der Krebstag 2016 im Wiener Rathaus am Dienstag, 9. Februar, 11 bis 16 Uhr, mit einem umfassenden Vortragsprogramm. Das breite Spektrum der Therapiemöglichkeiten bei Krebserkrankungen von Brust, Darm, Lunge und Prostata sowie neue Behandlungsmöglichkeiten von Leukämien stehen im Mittelpunkt.

Der Eintritt ist frei. Alle Vorträge des Infotages, können kostenlos im Internet auf www.leben-mit-krebs.at angeschaut werden.
 
 

  • Datum 27.01.2016
  • Autor Österreichische Krebshilfe | Doris Kiefhaber | Hennrich PR

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