Laborwerte kurz & bündig: Glucose

Glucose ist ein wichtiger Energielieferant für die Körperzellen, insbesondere für das Gehirn und die Nervenzellen.

Glucose gelangt, ohne zuvor von Verdauungsenzymen aufgespalten zu werden, durch die Darmwand sehr schnell ins Blut. Das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Insulin ist dafür zuständig, dass Glucose in die Körperzellen gelangt. Wird zu wenig Insulin produziert steigt der Blutzuckerspiegel.

 

Wann kontrollieren?

Der Glucosespiegel im Blut sollte vor allem bei Verdacht auf Diabetes überwacht werden. Typ-1-Diabetes entsteht oft innerhalb weniger Tage oder Wochen. Symptome wie starker Durst und häufiges Wasserlassen, sowie Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Schlappheitsgefühl sind hier typisch.
Bei Typ-2-Diabetes sind die Symptome meist wenig charakteristisch. Wer Familienmitglieder mit Typ-2-Diabetes hat oder hatte, sollte wegen des hohen erblichen Risikos zumindest einmal jährlich seinen Glucosewert bestimmen lassen. Umso mehr, wenn andere Risikofaktoren wie Übergewicht oder  Bluthochdruck vorliegen.
Auch während einer Schwangerschaft sind Kontrollen des Blutzuckers essentiell, um Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig zu erkennen.
 

Was bedeuten erhöhte Werte?

Der Blutzuckerwert wird meist aus dem Kapillarblut bestimmt. Das Kapillarblut wird durch einen Stich in den Finger oder das Ohrläppchen gewonnen. Der Glukosespiegel im Blut sollte nüchtern – nach 8 bis 10 Stunden ohne Nahrung – zwischen 55 und 90 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bzw. unter 4,95 Millimol pro Liter (mmol/l) liegen. Nach dem Essen steigt der Blutzuckerwert gewöhnlich nicht über 140 mg/dl (7,8 mmol/l).
Wenn der Blutzucker-Wert allerdings im Plasma oder Serum ermittelt wird, sind nüchtern, meist Werte zwischen 70 und 100 mg/dl in Ordnung. Im nicht nüchternen Zustand bis 200 mg/dl.

Hyperglykämie

Höhere Glucosespiegel im Blut führen zu einer vermehrten Ausscheidung von Harn und einer entsprechend vermehrten Trinkmenge. Oft führt der Flüssigkeitsverlust über den Harn auch zur Austrocknung des Patienten. Auch Müdigkeit und Schwindel können auftreten. Außerdem begünstigt ein hoher Blutzuckerspiegel die Entstehung von Abszessen, Furunkeln und Pilzinfektionen.
Diabetes mellitus liegt vor, wenn der Blutzucker nüchtern über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder zu einem beliebigen Zeitpunkt (z.B. nach dem Essen) über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) liegt.
Liegt der Nüchternblutzucker zwischen 100 und 200 mg/dl, so sollte beim Arzt ein oraler Glucosetoleranztest zur Klärung durchgeführt werden.
Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann aber auch auf Erkrankungen wie z.B. Morbus Cushing, Überfunktion der Schilddrüse, Lebererkrankungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Eisenspeicherkrankheit hinweisen. Auch eine Cortison-Therapie, sowie  durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie z.B. Antipsychotika, Phenytoin, Thiazid-Diuretika erhöhen den Gluscosespiegel.
 

Hypoglykämie

Ein plötzlicher niedriger Blutzuckerspiegel ist eine Notsituation. Der Körper stößt Adrenalin aus – Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Heißhunger und Blässe sind die Folge. Dazu kommt, dass dem Hirn Blutzucker fehlt. Auf diesen Mangel reagiert es mit rauschähnlichen Zuständen, Verwirrtheit, Krämpfen, Sehstörungen oder Lähmungen.
Eine Hypoglykämie kann durch Insulinüberproduktion oder auch aufgrund einer Unterfunktion der Hypophyse, der Schilddrüse oder der Nebennierenrinde entstehen.
 

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