Laborwerte kurz & bündig: Harnsäure

Die Ablagerung von Harnsäure in den Gelenken kann massive Entzündungsreaktionen hervorrufen. Es kommt zum sogenannten Gichtanfall.

Harnsäure ist beim Menschen das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Die tägliche Harnsäureaufnahme setzt sich zusammen aus körpereigener Harnsäuresynthese und der Purinzufuhr aus der Nahrung. Purin wird hauptsächlich  durch Fleisch, vor allem mit Innereien, aufgenommen. Wenn der Körper diese Zellen verarbeitet, entsteht ein Abfallprodukt – die Harnsäure. Harnsäure wird über die Nieren mit dem Urin und über den Darm ausgeschieden. Bei gestörter Aufnahme beziehungsweise vermindertem Abbau, kann es zur Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und der Niere kommen. Die Ablagerung in den Gelenken kann dort massive Entzündungsreaktionen hervorrufen. Es kommt zum sogenannten Gichtanfall. 
 

Wann wird der Harnsäure-Wert bestimmt?

Oft wird Harnsäure routinemäßig bei Blutuntersuchungen bestimmt. Speziell wird sie gemessen zur Diagnostik und Verlaufskontrolle bei Gicht, als Kontrolle bei Nierenversagen und bei Krebstherapien (während einer Chemotherapie sind die Harnsäurewerte erhöht).
Harnsäure wird im Blutserum und im Urin (24-Stunden-Sammelurin) bestimmt. Vor der Blutentnahme soll der Patient drei Tage lang normale, das heißt weder besonders fleischarme noch fleischreiche Nahrung aufnehmen, keine Schwerarbeit verrichten, keinen Alkohol trinken und nicht intensiv Sonnenbaden. Direkt vor der Blutentnahme muss der Patient nüchtern sein.

Was bedeuten erhöhte Werte? (Hyperurikämie)

Bei Männern liegt der Harnsäure Normalwert im Blut zwischen 3,6 – 8,2 mg/dl, bei Frauen bei 2,3-6,2 mg/dl. Im 24-Stunden-Urin gelten Werte unter 0,9 g als normal.
Die Harnsäure im Blut ist erhöht bei einer vermehrten Purin-Aufnahme über die Nahrung, bei gesteigerter Purinbildung im Körper oder Nierenfunktionsstörungen. Werden erhöhte Werte bei Ihnen festgestellt sollte Sie Gewicht reduzieren und auf eine fettreduzierte Ernährung mit ausreichend kalorienarmer Flüssigkeit achten. Wichtig ist ein langsamer Gewichtsverlust
(1/2 kg pro Woche), denn durch strenges Fasten kann die Harnsäure im Blut ansteigen. Meiden Sie Innereien, Krusten- und Schalentiere, Hering, Hefe, Haut von Geflügel und Fisch und vor allem: Alkohol. Essen Sie in Ruhe, langsam und kauen sie gut, essen sie fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag den verteilt.  Da Purine wasserlöslich sind, ist Kochen eine gute Zubereitungsart für Fleisch.
 

Achtung!

Einige Medikamente können einen Verhalt von Harnsäure bewirken und einen akuten Gichtanfall auslösen. Bei einem Serumharnspiegel zwischen 8 und 9 mg/dl erleiden 25 Prozent der Betroffenen einen Gichtanfall. Es gibt allerdings auch Patienten, die Gichtattacken bei relativ geringem Harnsäurespiegel erleiden, während andere Personen sogar bei sehr hohen Werten keinerlei Beschwerden haben. Nierensteine beobachtet man bei 40 Prozent der Patienten mit Werten über 9 mg/dl bei einer Tumortherapie mit Zytostatika.
 

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