Untersuchungen im Harn

Pro Tag produzieren die Nieren etwa eineinhalb bis zwei Liter Harn. Seine Zusammensetzung kann wichtige Hinweise auf einige Stoffwechselstörungen sowie auf Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege geben. Zur Harnanalyse eignet sich am besten der Morgenurin.

  • Leukozyten

Die vermehrte Ausscheidung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Harn ist ein wichtiges Leitsymptom bei entzündlichen Erkrankungen der Nieren und/oder der Harnwege.
-    Bei Frauen ist zu 30 bis 40 Prozent mit einem positiven Leukozytenbefund im Urin zu rechnen. (Aufgrund einer Verunreinigung durch Vaginalsekret sowie häufigeren Harnwegsinfekten)
-    Besondere Bedeutung hat die Leukozytenurie bei der chronischen Nierenbeckenentzündung, da sie häufig das einzige Zeichen zwischen den akuten Schüben ist.
 

  • Blut (Hämaturie)

Blut im Harn kann als Symptom vieler Erkrankungen auftreten. Die sorgfältige Abklärung der Ursache ist daher unbedingt erforderlich. Dies gilt sowohl für die Mikro- als auch die Makrohämaturie, die schon mit bloßem Auge als Rotfärbung des Harns sichtbar und auf eine Blutbeimengung von mehr als 0,5ml Blut in einem Liter Harn zurückzuführen ist. Als Ursache kommen Nierensteine, Nierentzündung, Infektionen der Harnwege, Bluthochdruck mit Beteiligung der Nierengefäße, Diabetes Mellitus, Tumore etc. in Frage.

  • Nitrit

Die häufigsten Erreger von Harnwegsinfektionen reduzieren das im Harn vorhandene Nitrat zu Nitrit. Nach Nachweis von Nitrit im Harn ist damit ein Hinweis auf nitritbildende Keime im Harn. Dies ist umso wichtiger, da Harnwegsinfekte gerne auf die „Nieren schlagen“ – und das in 20 bis 30 Prozent unbemerkt. In diesen Fällen treten unspezifische Symptome auf: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, ungeklärtes Fieber, Übelkeit. Besonders anfällig für Nierenentzündungen sind Schwangere, Senioren, Diabetiker, bei Steinleiden und Männer mit Prostatavergrößerung.

  • Eiweiß (Proteinurie)

Die Ausscheidung von Eiweiß im Urin ist das wichtigste labordiagnostische Leitsymptom von Nierenerkrankungen, die als Folge von Schädigungen des Nierengewebes auftreten. Die Proteinurie basiert entweder auf einer erhöhten Durchlässigkeit der Harnfilter, einer verminderten Rückresorption in den Nierentubuli (röhrenförmige Strukturelemente des Nierengewebes) oder einer kombinierten Störung. Die Höhe der Proteinurie steht in der Regel in direkter Beziehung zum Ausmaß des Nierenschadens.  Die Untersuchung der Proteinausscheidung im Urin ist auch bei der Verlaufskontrolle eines Bluthochdrucks wichtig.

  • Glucose

Das am längsten bekannte – und auch heute noch das häufig zuerst festgestellte – Anzeichen für das Vorliegen eines Diabetes Mellitus ist die Ausscheidung von Glucose im Harn. Risikofaktoren: Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Gicht, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen etc.
 

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