Laborwerte kurz & bündig: Östradiol

Die Gruppe der Östrogene umfasst Östron, Östradiol und Östriol. Diagnostisch relevant ist besonders das Östradiol, es ist das wichtigste weibliche Sexualhormon. Es wird in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde sowie bei Schwangeren in der Plazenta und im Gelbkörper produziert. Der Östradiol-Wert ermöglicht wichtige Rückschlüsse auf die Fruchtbarkeit.

Der Wortteil „Östr-“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet u.a. Brunft, Leidenschaft, „-diol“ bezieht sich auf die chemische Struktur. Gesteuert wird die Östradiol-Ausschüttung von Zentren in der Hirnanhangsdrüse und dem Hypothalamus. Die Ausschüttung durch die Eierstöcke ist keineswegs gleichmäßig, sondern abhängig von der Zyklusphase der Frau.
Bei der Beurteilung des Östradiolspiegels im Blut muss daher berücksichtigt werden, in welcher Zyklusphase die Blutabnahme erfolgt ist. Die wichtigsten Aufgaben von Östradiol bzw. den Östrogenen sind:

  • Wachstum der weiblichen Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Schamlippen, Brust)
  • Knochenwachstum und -bildung
  • die für Frauen typische Fettverteilung
  • Wachstum der Schleimhaut der Gebärmutter

 

Wann wird der Östradiol- Wert bestimmt?

Östrogene werden heute im Blutserum bestimmt. Man bestimmt Östradiol im Blut bei Verdacht auf  Funktionsstörungen der Eierstöcke (z.B. bei abnormen Regelblutungen), bei unerfülltem Kinderwunsch, zur Kontrolle einer Fruchtbarkeitsbehandlung, bei zu früher oder ausbleibender Pubertät oder zur
Kontrolle einer Hormonbehandlung.

 

 

Follikelphase
(1. Zyklushälfte)

25 - 200

ng/l = pg/ml

Ovulationsphase
(um 14. Zyklustag)

 150 - 300

ng/l = pg/ml

Lutealphase, Mitte
(Mitte der 2. Zyklushälfte)

> 80

ng/l = pg/ml

Nach dem Wechsel
(Postmenopoause)

< 20

ng/l = pg/ml

 

 

 

 

 

Was bedeuten abweichende Werte?

Für eine Erhöhung der Östradiol-Werte kommen eine vorzeitige Pubertät, Schwangerschaft, eine Überdosierung östrogenhaltiger Medikamente, der Beginn des Wechsels oder ein hormonproduzierender Tumor in Frage. Bei Männern sind bei massiver Adipositas oder bei Leberzirrhose die Serumspiegel des Östradiols erhöht. Für niedrige Östradiol-Werte können Erkrankungen der Eierstöcke, Störung der Regulationsmechanismen der Östrogenproduktion, Einnahme von Ovulationshemmern (Anti-Baby-Pille), Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und Erkrankungen oder auch Störungen des Hypothalamus verantwortlich sein.

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