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Kopfläuse? Keine Panik!

Kopflausbefall ist ein ernstzunehmendes Problem in Schulen und Kindergärten. Jedes dritte Kind wird einmal von den kleinen Parasiten heimgesucht. Das wichtigste Symptom ist der andauernde, unangenehme Juckreiz auf der Kopfhaut. Lesen Sie hier was Sie gegen die Plagegeister tun können.

Schnelle Hilfe bei Lausbefall

Kopfläuse haben mittlerweile das ganze Jahr Saison, nicht nur zu Schulbeginn im Herbst. Kratzt sich das Kind ständig am Kopf, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich in seinem Haar Kopfläuse eingenistet haben. Und es kann jeden treffen; deshalb versichern wir Ihnen, Schamgefühle sind vollkommen unbegründet. Um die Verbreitung der Erkrankung zu stoppen, ist es besonders wichtig, alle möglicherweise Betroffenen zu informieren.

Lästige Quälgeister

Kopfläuse ernähren sich ausschließlich von menschlichem Blut. Der typische Juckreiz entsteht dabei durch den Speichel der Kopflaus, den sie beim Blutsaugen hinterlässt. Obwohl Kopfläuse in der Regel keine Krankheiten übertragen, kann das durch den Juckreiz ausgelöste Kratzen zur Schädigung der Haut führen. Eine Infektion der aufgekratzten Hautstellen mit Bakterien kann die Folge sein. In einer Minute kann eine erwachsene Laus etwa 23 Zentimeter zurücklegen. Bei direktem Haar-zu-Haar- Kontakt können die Parasiten problemlos von einem Kopf zum anderen wandern.

 

Ein Läuseleben

Der Lebenszyklus der Kopflaus lässt sich in drei Entwicklungsstadien unterteilen: Ei (Nissen), Larve und geschlechtsreife Laus. Die sandkorngroßen, weißbräunlichen Eier werden direkt an den Haarschaft geklebt. Nach sieben bis acht Tagen schlüpfen die Larven und nach weiteren neun bis zwölf Tagen entwickeln sie sich zu erwachsenen Kopfläusen. Eine einzige Laus legt bis zu zehn Eier täglich. Ohne eine Blutmahlzeit können die Parasiten in der Regel nicht länger als einen Tag überleben. Aus diesem Grund halten sie sich auch fast ausnahmslos im Haar auf und nicht, wie vielfach angenommen, in Mützen, Kuscheltieren oder Polstermöbeln. Kopfläuse, die abseits des menschlichen Kopfes gefunden werden, sind in der Regel bereits tot.

 

Das hilft … NICHT!

Die verbreitete Meinung, in der Sauna oder mit einem heißen Fön könne man die Läuse abtöten, ist falsch. Auch rein kosmetische Shampoos helfen nicht. Häufiges Haare- Waschen führt lediglich zu sauberen Kopfläusen, nicht aber zu lausfreien Köpfen. Auch die Ansicht, Kopfläuse könnten einfach unter Wasser ertränkt werden, stimmt nicht. Auch Essig kann die Läuse nicht abtöten, allerdings erleichtert das Ausspülen mit Essigwasser nach dem Waschen das Ausbürsten der Nissen. Kopflausbefall ist erst dann erfolgreich behandelt, wenn auch die hartnäckigen Eier der Kopflaus abgetötet sind.

Läuse „killen“ – chemisch oder physikalisch

Die Klassiker unter den Läusemitteln basieren auf Insektengiften (Permethrin, Allethrin). Diese Wirkstoffe wirken giftig auf die Nerven der Kopfläuse. In Studien im Ausland sind Resistenzen gegen diese Insektengifte gefunden worden, d.h. sie wirken nicht mehr. Wahrscheinlich gibt es auch in Österreich resistente Läuse.

Ein neuerer, rein physikalischer Ansatz ist das Silikonöl Dimeticon. Das Kriechöl dringt in die Atemöffnungen der Läuse ein, wodurch die Läuse absterben. Dimeticon gilt als ungiftig. Resistenzen sind nicht bekannt. Darüber hinaus gibt es gut verträgliche Läuseshampoos, die verschiedene Öle wie Kokos-, Sonnenblumen- ,Soja-, Neem- oder Anisöl enthalten. Die Produkte sollten individuell je nach Anforderung ausgewählt werden. Auf die richtige Anwendung kommt’s an!

Eine Wiederholungsbehandlung am 8. bis 10. Tag nach der Erstbehandlung ist immer anzuraten, damit die nach der ersten Behandlung geschlüpften Läuse abgetötet werden, bevor sie wieder Eier legen können. Die Anwendung als Spray wird als problematisch angesehen, weil der Sprühnebel unabsichtlich eingeatmet werden kann.

 Da die Sprays brennbar sind, ist in der Nähe von offenen Flammen (z.B. Gastherme im Badezimmer) besondere Vorsicht geboten. Alle dimeticonhaltigen Mittel sind brennbar.  Der Behandlungserfolg sollte immer durch “Auskämmen mit Pflegespülung” überprüft werden, um frühzeitig zu erkennen, wenn die Behandlung erfolglos war; denn aus den Ergebnissen internationaler Anwendungsstudien kann man abschätzen, dass etwa jede 3. bis 4. Behandlung fehlschlägt.



  • Datum 29.08.2014
  • Autor Mag. Monika Heinrich

Läuse

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