Weltgesundheitstag 2015: Lebensmittelsicherheit

Auch in westlichen Industriestaaten - den reichsten Ländern der Erde - kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Lebensmittel-bedingten Krankheiten. Die Lebensmittelsicherheit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb zum Generalmotto des diesjährigen Weltgesundheitstages (7. April) gewählt. Es geht um die Verhinderung von jährlich rund zwei Millionen Todesfällen.

Unsichere Lebensmittel, die gefährliche Bakterien, Viren, Parasiten oder chemische Substanzen enthalten, sind für mehr als 200 Krankheiten verantwortlich - das reicht von Durchfall bis zu Krebs. Allein Durchfallerkrankungen im Zusammenhang mit Nahrungsmittel und Wasser töten pro Jahr geschätzte zwei Millionen Menschen. Viele Kinder sind darunter", schrieb die WHO aus Anlass des Weltgesundheitstages am kommenden Dienstag. Man geht von 1,5 Millionen Kindern unter den Todesfällen aus.    

Direkt mit Lebensmitteln übertragbare Krankheiten, Mangel- und falsche Ernährung sowie mit Krankheitserregern oder Chemikalien kontaminiertes Wasser schaffen vor allem in den armen Ländern der Erde eine komplexe Situation, die schwer zurückzudrängen ist. Aus den verschiedenen Faktoren entwickelt sich ein Teufelskreis, der auch die Entwicklung der betroffenen Staaten entscheidend behindert.    

Die wichtigsten Risikofaktoren: Bei den Bakterien sind das Salmonellen, Campylobacter und Escherichia coli. Salmonellen, Campylobacter und E. coli sind klassische Erreger von Durchfallerkrankungen via Eier, Geflügel, Fleisch, Wurstwaren etc. E. coli findet man auch in frischem Gemüse, auf Obst etc.    

Listerien sind besonders für Schwangere, Babys und ältere Menschen gefährlich. Oft tauchen sie in nicht pasteurisierten Milchprodukten auf. Cholera-Bakterien werden vor allem über kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen. Rohe Meeresfrüchte oder nicht genügend erhitzte Lebensmittel sind häufig für Norovirus-Ausbrüche verantwortlich, die binnen kurzer Zeit viele Menschen betreffen können (z.B. auf Passagierschiffen, in Schulen, Kindergärten etc.). Vor allem in tropischen Ländern werden auch Parasiten über Lebensmittel übertragen.    

Bei den schädlichen Chemikalien stehen natürlich vorkommende Toxine wie Mycotoxine (Aflatoxin/Ochratoxin - Schimmelpilze) im Vordergrund, ebenso Biphenyle, Dioxine etc. Schließlich können auch Schwermetallbelastungen (Blei, Cadmium und Quecksilber) schwere gesundheitliche Probleme auslösen.    

Die WHO fordert die Staaten der Welt auf, die Lebensmittelsicherheit zu einer Priorität im öffentlichen Gesundheitswesen zu machen. Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen der Konsumenten greifen aber viele Maßnahmen zu kurz, weil Hygiene im Haushalt ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitskette ist. Allein schon Händehygiene, das Trennen von frischen und gekochten Lebensmitteln, hohe Kochtemperaturen und die Verwendung von sicheren Nahrungsmitteln könnten einen Gutteil der Probleme verhindern helfen.

  • Autor APA

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