Situation bei Lebererkrankungen verlangt neue Strategien

Angesichts der aktuellen Entwicklung bezüglich viraler Hepatitis richtet sich die Hepatitis Hilfe Österreich – Plattform Gesunde Leber (HHÖ) neu aus. Die zentrale Forderung: “Die hochwirksamen DAA Therapien müssen allen Patienten mit chronischer Hepatitis C zukommen, ohne dass die Versorgung aller anderen Erkrankungen beeinträchtigt wird“.

Angelika Widhalm, Vorsitzende der Hepatitis Hilfe Österreich und selbst HCV-Patientin, bot Einblicke in die Situation der rund 120.000 Betroffenen in Österreich. “Ich bin froh, dass endlich eine Therapie zur Verfügung steht, die tatsächlich Erfolg bringt”, betont Widhalm, die sich nun verstärkt dafür einsetzt, “dass jedem Patienten die wirksamste und schonendste Behandlung ermöglicht wird – und zwar so rasch wie möglich.” Ihrer Ansicht nach kommt das nicht nur Betroffenen selbst zugute, sondern auch der Gesellschaft insgesamt. “Die Nebenwirkungen der neuen Therapie sind derartig gut verträglich, dass  die Patienten nicht wie bisher aus dem Arbeitsprozess ausscheiden müssen. Langfristig entlastet das die Krankenkassen sowie das gesamte Sozialsystem enorm”, verweist die HHÖ-Vorsitzende auf die positiven Effekte und fordert zudem, massiv in Aufklärung und Prävention zu investieren. Nur so sei das österreichische Gesundheitssystem auf Dauer leistbar.

In diesem Zusammenhang verweist Widhalm auch auf das HCV-Register, das seit 1. Juli 2015 verpflichtend von allen behandelnden HCV-Zentren zu führen ist. “Das Register ist eine Sicherheitsmaßnahme für die Patienten! Denn – was viele nicht wissen – auch nach einer erfolgreichen HCV-Therapie ist das Leberkrebs-Risiko nicht gebannt”, zitiert sie Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sieghart vom Wiener AKH. “Daher ist es von entscheidender Bedeutung, einschlägige Marker oder Indizien so früh wie möglich zu erkennen, um rechtzeitig die nötigen medizinischen Maßnahmen einleiten zu können. Durch das Register erkennt man ebenfalls alle sogenannten Relapser (Wiederaufflammen der Infektion) sofort. Und wir haben endlich ein Instrument im Einsatz, das uns langfristig valide Daten diesbezüglich liefert”, so Widhalm, die auch die Tatsache begrüßt, dass HCV-Behandlungen ausschließlich in entsprechenden Zentren möglich sind: “So lassen sich die Kosten halbwegs steuern; aber die wichtigsten Maßnahmen zur langfristigen Kostensenkung sind garantiert Aufklärung und Prävention!“
 

Neues Medienkonzept der Hepatitis Hilfe Österreich

Martin Prais, Generalsekretär der Hepatitis Hilfe Österreich, stellte die neue Informationspolitik der Hepatitis Hilfe Österreich im Detail vor. Das Ziel dieser Aufklärungsoffensive des Vereins ist es, innerhalb der Bevölkerung ein Bewusstsein für das Thema „Leber“ zu etablieren sowie auf die Gefahren von Virushepatitis bzw. Lebererkrankungen aller Art aufmerksam zu machen. “Zu diesem Zweck wird vor allem die Zusammenarbeit mit den österreichischen Trägermedien intensiviert, die natürlich eine elementare Rolle dabei spielen”, erläutert Prais das neue Medienkonzept. “Wichtig ist vor allem, dass die Menschen verstehen lernen, wie komplex dieses Thema ist. Über spontane und nicht konzertierte Einzelmaßnahmen ist eine derart große Herausforderung nicht zu bewältigen. Nur ein Schulterschluss aller Beteiligten kann die Aufrechterhaltung unseres weltweit vorbildhaften Gesundheitssystems langfristig gewährleisten”, betont Prais und verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung eines bundesweiten, nationalen Aktionsplans, der auch von EU-Gremien und der WHO gefordert wird. “Am Ende müssen alle Maßnahmen dem Wohl der Bürger dienen.”

Auf der Agenda der HHÖ stehen für 2015/2016 folgende Themenschwerpunkte:

» Nationaler Aktionsplan
» Herausgabe des “White Papers HHÖ” zu philosophisch-ethischen Aspekten
» Hepatitis A, B, C, D, E
» Fettleber
» Leberkrebs
» seltene Lebererkrankungen


Behandelt werden diese im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Kamingesprächen, Diskussionen, temporären Media-Hotlines sowie Interviews mit Experten – “Impact-Talk” – bzw. bei etwaigen Informationsveranstaltungen. Auch ein eigener Youtube-Channel mit einem unabhängigen Nachrichtenformat, in dem die jeweils aktuellen Themen abgehandelt werden, steht kurz vor der Umsetzung.

 

Hepatitis Hilfe Österreich-Vorsitzende Angelika Widhalm,
Tel: 01/581 03 28 oder 0676/5204124
E-Mail: info@gesundeleber.at

  • Datum 17.08.2015
  • Autor Hepatitis Hilfe Österreich

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Lungenkrebs: Vermeidbare Tragödie

"Der Lungenkrebs ist der wichtigste Krebs weltweit. Er ist eine vermeidbare Tragödie", sagt Robert Pirker, Wiener Lungenkarzinomspezialist. "Global erkranken pro Jahr rund 1,8 Millionen Menschen an einem Lungenkarzinom.."

hier weiterlesen


Influenza: Gefahr für Mutter und Kind
Impfung

Influenza: Gefahr für Mutter und Kind

In der Schwangerschaft an einer „echten“ Grippe zu erkranken kann das Leben von Mutter und Kind gefährden. Aber auch bei Klein- und Schulkindern ist mit einer Influenza-Infektion nicht zu spaßen.

hier weiterlesen


Mit Arzneipflanzen Erkältungssymptome lindern

Insbesondere in der kalten Jahreszeit steigt die Häufigkeit von – zumeist viral bedingten – Erkältungskrankheiten. Nach wie vor werden oft Antibiotika verordnet, obwohl pflanzliche Arzneimittel eine wirksame und sichere Alternative wären .

hier weiterlesen


Ungewissheit, die krank macht

Wer seinen Arbeitsplatz als unsicher empfindet oder von unfreiwilliger Umgestaltung bedroht sieht, kann darunter leiden wie unter einer körperlichen Krankheit. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie hin.

hier weiterlesen


Richtig bewegen bringt´s

Täglich 22 Minuten Ausdauertraining und Muskelaufbau! Wer das regelmäßig macht, erreicht bereits die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 150 Minuten moderate bis intensive Bewegung pro Woche. Radfahren, zügig Gehen, abends vom Büro nach Hause laufen – auch all das wäre eine Bewegungsalternative und würde uns mobil halten und sehr wesentlich zu mehr Gesundheit beitragen.

hier weiterlesen


Lungencheck in der Apotheke

Die Vorsorgeaktion „10 Minuten für meine Lunge“ wird aufgrund der positiven Resonanz in der Bevölkerung im Frühjahr vom 14. bis 19. November wiederholt. In nur 10 Minuten kann jeder in Apotheken in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Kärnten das eigene Risiko für Lungenerkrankungen frühzeitig ermitteln - mit einem einfachen Check in der Apotheke.

hier weiterlesen