Lungenembolie: Die Gefahr aus der Blutbahn

Die Blutgerinnung ist eigentlich eine Schutzfunktion des Körpers. Steigt diese aber krankhaft an, entsteht die Gefahr einer Thrombose, also einer Verstopfung eines Blutgefäßes. Und das ist fast immer ein Notfall.

Landläufig wird ein erhöhtes Thromboserisiko mit höherem Alter oder Mangel an Bewegung assoziiert. Dass auch sportlich Trainierte daran erkranken können, zeigt der Fall des ORF-Sportmoderators Andreas Du-Rieux. Er hatte großes Glück im Unglück: Als er wegen eines Bandscheibenvorfalls längere Zeit beinahe bewegungsunfähig war, tauchte ein zusätzlicher Schmerz in seiner Wade auf. Er selbst schenkte dem keine Beachtung, die behandelnde Reha-Ärztin allerdings war sofort alarmiert. Sie schickte den Sportmoderator in die Kardiologie, wo eine Lungenembolie festgestellt wurde, die bereits beide Lungenflügel betraf.

Die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauferkrankung ist die Lungenembolie. Etwa 4000 Menschen sterben pro Jahr in Österreich daran, EU-weit wird die Zahl der Todesfälle auf 500.000 geschätzt.

Internist Dr. Martin Frömmel erklärt die Ursachen: „Ursache für eine Lungenembolie ist meist ein Gerinnsel in den Venen der unteren Extremitäten“. Wenn sich dieser Blutpfropfen (Thrombus) löst, kann er über den Blutstrom in die rechte Herzkammer und von dort in die Lungenarterie gelangen. Das Herz ist dadurch einer massiven Belastung ausgesetzt – und eine mögliche Folge ist Tod durch Herzversagen.

Der größte Risikofaktor ist Immobilität, wie z. B. bei Bettlägerigkeit nach einer Operation.  Aber auch längeres Sitzen mit abgewinkelten Beinen, etwa bei einer Flugreise, kann zu einer sogenannten Reisethrombose führen. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen: Viel Wasser, wenig Alkohol und gezielte Bewegung sind wichtig.

 

  • Datum 09.06.2015
  • Autor Annemarie Kramser | Vinzenz Gruppe