Bedeutung der Lymphknoten

Die Lymphknoten spielen nicht nur bei der Erkennung von Infektionserkrankungen, sondern auch bei jener von Tumorerkrankungen eine wichtige Rolle. Die Lymphknoten oder Lymphdrüsen sind Teil des Abwehrsystems des menschlichen Körpers, in welchem sich die Lymphozyten befinden, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen.

Tumore befallen Lymphdrüsen

Bei vielen bösartigen Tumorerkrankungen erfolgt die Ausbreitung primär über die Lymphwege bzw. die Lymphknoten, weswegen diese oft ebenfalls von Metastasen betroffen sind. Häufig der Fall ist dies bei Brustkrebs, Krebs von Dickdarm oder Mastdarm, Speiseröhren- und Magenkrebs sowie Lungenkrebs.

"Das Vorhandensein von Metastasen in den Lymphdrüsen ist von großer prognostischer Bedeutung. In der modernen Onkologie ist es wichtig zu wissen, ob die Lymphdrüsen vom Tumor befallen sind oder nicht, da für jeden Tumor und in Abhängigkeit von der Ausbreitung des Tumors maßgeschneiderte Therapien zum Einsatz kommen, also Chemotherapie zusätzlich zur Chirurgie", betont Prim. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schima die wichtige Rolle der Lymphknotendiagnostik.


Bedeutende Rolle der Radiologie

Bei der Diagnostik kommt der Radiologie eine bedeutende Rolle zu. Je nach Lokalisation der Lymphknoten im Körper (Hals-, Achsel-, Leistenregion, Brust- oder Bauchraum) kommen Sonographie, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Bei oberflächlichen Lymphknoten (z.B. am Hals, in der Achsel- oder Leistenregion) ist die Sonographie eine ausgezeichnete Methode; für Brust- oder Bauchraum werden wiederum CT oder MRT verwendet.

Als besonders erfolgversprechend und effektiv haben sich auch Methoden aus der molekularen Bildgebung erwiesen, welche biologische Prozesse in vivo im Körper darstellen können. Bei der PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie in Verbindung mit einer Computer-Tomographie) werden so genannte ‚Biomarker’ in den Körper injiziert, die in den Stoffwechsel eingebaut werden. Bei der Lymphknotendiagnostik kommt radioaktiv markierter Zucker zum Einsatz, der in Tumor-befallenen Lymphknoten besonders stark eingelagert wird, da diese erhöhten Zuckerstoffwechsel aufweisen. Hier gibt es eine sehr vielversprechende Entwicklung, da für verschiedene Tumorerkrankungen neue, noch bessere Biomarker entwickelt werden oder schon im Einsatz sind, die Mikrometastasen noch genauer (das heißt im Frühstadium) nachweisen können.
 

Kritische Unterscheidung zwischen Tumor und Entzündung

Bei Entzündungsprozessen im Körper sind die Lymphknoten im Bereich des befallenen Organs meist vergrößert, wie z.B. eine Schwellung der Halslymphknoten bei Angina. Nach dem Abklingen der Entzündung bilden sich diese im Regelfall aber wieder zurück und bedürfen keinerlei besonderer Behandlung.

Anders verhält sich dies bei der Ausdehnung einer Tumorerkrankung in die regionalen Lymphknoten, da dies auf ein bereits fortgeschrittenes Stadium schließen lässt, welches eine aufwändige Therapie erfordert, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Hierbei ist es entscheidend, dass die bildgebende Diagnostik mit hoher Sicherheit feststellen kann, ob es sich um eine Veränderung der Knoten auf Grund einer Infektion handelt, oder ob eine metastatische Infiltration vorliegt.

Eine alleinige Größenmessung per Computertomographie ist hier nicht ausreichend, da dies keine Rückschlüsse auf die Ursache der Vergrößerung zulässt und sich auch in normal großen Lymphknoten bereits Mikro-Metastasen angesiedelt haben können.
 

Lymphknoten-Biopsie bald nur mehr in Ausnahmefällen nötig

Mit den nicht-invasiven Methoden der Bildgebung mittels Sonographie, CT oder MRT lassen sich in den allermeisten Fällen eindeutige Aussagen über den Zustand der Lymphknoten treffen.
Nur in ausgewählten Fällen braucht man heutzutage die Lymphknotenbiopsie.