Bevölkerung weiß über die häufigste Blutkrebsart kaum Bescheid

In Österreich erkranken jährlich über 1.200 Menschen am Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), der am weitesten verbreiteten Lymphomerkrankung. Die meisten Menschen können das Lymphom nicht als Krebsform identifizieren, über zwei Drittel (70 Prozent) wissen nicht, dass das Lymphom Blut und Knochenmark betrifft.

Die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Umfrage anlässlich des Welt-Lymphom-Tages am 15. September zeigen, dass in Europa weitgehende Unkenntnis über das Lymphom – die häufigste Blutkrebsart – herrscht: Neben dem Unwissen über die Erkrankungsart und die Lokalisation kannte nur weniger als ein Viertel (21 Prozent) das Non-Hodgkin-Lymphom – und das obwohl weltweit alle 90 Sekunden ein neuer Patient mit der Diagnose NHL konfrontiert wird und jedes Jahr 200.000 Menschen an dieser Krankheit sterben.

In Österreich erkranken jährlich über 1.200 Menschen an NHL, etwa 600 sterben daran. Die Zahl der Erkrankungen ist in den vergangenen Jahrzehnten massiv gestiegen: 1983 erhielten nur knapp 500 die Diagnose NHL, bei etwa 300 führte die Krankheit zum Tod. Obwohl NHL in jedem Lebensalter und bei Männern und Frauen gleichermaßen auftreten kann, ist die Wahrscheinlichkeit für Männer zwischen 65 und 74 Jahren am höchsten. 85 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass weniger als einer von 100 an NHL erkrankt – tatsächlich ist jeder 50. im Laufe seines Lebens davon betroffen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) meinte außerdem, es sei wahrscheinlicher an Haut-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- oder Hirntumoren zu leiden – obwohl das Lymphom weitaus häufiger diagnostiziert wird als diese Krebsarten.
 

Frühe Diagnose ist wichtig

Die Hälfte der Befragten konnte die häufigsten NHL-Symptome wie Schwellungen an Hals, Achsel oder Leiste, Fieber, unerklärlicher Gewichtsverlust, Nachtschweiß, schwerer Juckreiz oder Abgeschlagenheit nicht richtig bestimmen – dabei wäre genau dies wichtig, denn Patienten, deren Krankheit in einem frühen Stadium festgestellt wird, überleben zu 70 Prozent die nächsten fünf Jahre. Ausschlaggebend für die richtige Behandlung sind Krankheitsstadium und Symptome. NHL kann viele unterschiedliche Ausprägungen haben, die unterschiedliche Therapien erfordern können. „Das kann von Strahlentherapie über Chemotherapie bis hin zu zielgerichteten Therapien mit monoklonalen Antikörpern wie Rituximab oder Obinutuzumab, die beide von Roche entwickelt wurden, reichen“, so Dr. Johannes Pleiner-Duxneuner, Medical Director bei Roche Austria. „Diese Antikörper können bei verschiedenen NHL-Varianten wie beispielsweise chronischer lymphatischer Leukämie, follikulärem Lymphom oder diffus großzelligem B-Zellen-Lymphom zum Einsatz kommen. Auch Tyrosinkinase-Inhibitoren, Radioimmuntherapie oder Transplantation können eine Therapieoption sein. Verursacht die Krankheit keine Beschwerden, kann manchmal auch eine Watch and Wait-Strategie verfolgt werden.“

  • Autor Roche Austria GmbH Aussendung vom 14/09/2015

zurück

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Apotheke ist weiblich

Die Apothekerin, die Aspirantin, die Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin: Die 1.380 österreichischen Apotheken sind in der Hand von Frauen. 90 Prozent aller 16.000 Beschäftigten sind weiblich und das bis hinauf in die Chefetagen, denn jede zweite Apotheke wird bereits von einer Frau geführt.

hier weiterlesen


Hallux valgus: Vorsicht vor Folgeschäden!

Anfangs spürt man es nur in schmalen High Heels: den schmerzhaften Druck aufs Großzehengrundgelenk oder auf einen der kleinen Zehen. Schon jede dritte 20-Jährige zeigt Ansätze eines Hallux valgus. Aber irgendwann schmerzen nicht nur High Heels, sondern auch Sportschuhe...

hier weiterlesen


Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen