Männer, greift Euch an die Brust!

Manche Männer erleben ihre Brustwarzen als erogene Zonen. Doch auch jene, bei denen das nicht so ist, sollten sich hin und wieder an die Brust greifen. Denn selten, aber doch können auch Männer an Brustkrebs erkranken. In Österreich trifft es jährlich 50 bis 60 Männer. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung stehen die Heilungschancen genauso gut wie bei Frauen.

Dabei ist es paradox: Ein Mann, der die Diagnose "Brustkrebs" bekommt, sieht sich mit einer Krankheit konfrontiert, die weitgehend erforscht ist und gut therapierbar sein kann. Bloß dachte er nicht im Traum daran, dass es auch ihn als Mann treffen kann.  "Die meisten Männer denken nicht sofort an Krebs, wenn sie einen Knoten in ihrer Brust spüren", erklärt Robert Glattau vom Selbsthilfe-Netzwerk "Männer mit Brustkrebs - Österreich". "Deshalb appellieren wir an die Medien: Weist in den Berichten über Brustkrebs auch auf die Gefährdung von Männern hin." 

Der neue Folder des Netzwerks und das Info-Blatt "Warum auch Männer an Brustkrebs erkranken können" (siehe Beilagen) sollen gleichermaßen ÄrztInnen, Medien und Betroffene sensibilisieren. 
Diese Informationen werden am 1. Oktober, dem Beginn der "Pink Ribbon"-Tour der Österreichischen Krebshilfe, an über 2.200 ÄrztInnen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland versendet. Und sie können gegen Portokosten beim Netzwerk "Männer mit Brustkrebs - Österreich" bestellt werden.

Gleichzeitig verstehen sich die "Männer mit Brustkrebs" als Interessenvertretung. Sie fordern eine intensivere Erfoschung des männlichen Mammakarzinoms, sowie spezielle Antihormon-Therapien und Betreuungsangebote. Denn derzeit erfahren Männer dieselbe Behandlung wie Frauen. "Ich fand es eher erheiternd, als einziger Mann beim Frauenarzt zu sein", so Glattau, "aber vielen Männern ist das sehr peinlich und sie verschleppen dadurch Diagnose und Therapie."

Die Selbsthilfe-Organisation wurde 2010 von Betroffenen in Deutschland gegründet. Seit 2013 ist Robert Glattau Kontaktperson für Betroffene und deren Angehörige in Österreich.
 

Risikofaktoren

Einen Einfluss scheinen hormonelle Faktoren, schädliche Umwelteinflüsse und Strahlenbelastungen zu haben.

Eindeutig ist, dass zwei Risikogruppen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit rechnen müssen, an Brustkrebs zu erkranken:

 

  •     Männer mit Klinefelter Syndrom
  •     Männer aus Familien mit familiärem oder erblichem Brustkrebs, insbesondere mit BRCA-Mutation

 

Mehr Informationen unter:


www.brustkrebs-beim-mann.de
 

  • Datum 22.09.2015
  • Autor Netzwerk Männer mit Brustkrebs – Österreich

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