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Arzneimittel ins Essen mischen?

Ältere Patienten müssen oft eine Handvoll Tabletten schlucken. Nur einzelne Steckkapseln können allerdings tatsächlich entleert und der Inhalt Flüssigkeiten oder Nahrung zugemischt werden. Was erlaubt ist - darüber berät Sie Ihr Apotheker gerne.

Menschen zwischen 60 und 64 Jahren müssen durchschnittlich 2 bis 3 verschiedene Arzenimittel pro Tag einnehmen. Bei über 80-Jährigen sind es meist 4 bis 5 verschiedene Medikamente. Der Umstieg auf ein Pflaster wie in der Schmerzbehandlung, oder Tropfen statt der großen Kapseln in der Kinderheilkunde wäre eine Entlastung. Manchmal ist es auch möglich ein Arzneidepot mittels Injektion in das Unterhautfettgewebe zu platzieren, aus dem dann einige Wochen bis Monate laufend Wirkstoff in die Blutbahn gelangt. Apotheker haben den besten Überblick, was am Markt verfügbar ist und können Ihnen die entsprechenden Präparate nennen.

Nur einzelne Steckkapseln können allerdings tatsächlich entleert und der Inhalt Flüssigkeiten oder Nahrung zugemischt werden. Ob das erlaubt ist, beschreibt die Gebrauchsinformation oder sie erhalten in der Apotheke Auskunft.

Tipp vom Apotheker

Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) führt man die notwendige Enzymmenge ersatzweise in Kapseln zu. Auf solche Pankreasenzyme sind viele Patienten nach einer kompletten oder teilweisen Magenentfernung angewiesen, zum Beispiel wegen eines Magenkarzinoms.

Neben Durchfällen haben Patienten nach einer Magenoperation oft vielfältige Beschwerden: Übelkeit und Erbrechen, Blähungen oder Appetitlosigkeit. Viele können nur noch kleine Portionen essen oder sind schon beim Geruch von Speisen satt. Bilanzierte Trinknahrung kann die Deckung des Nährstoffbedarfs unterstützen, bis sich der Körper auf die neue Situation einstellt. Entsprechende Präparate in Kapselform enthalten magensaftresistent beschichtete Kügelchen mit Pankreasenzymen und dürfen nicht zerkaut oder in Speisen hineingemischt werden.

Da sie sich pH-Wert abhängig auflösen, kann dies auch im Mund passieren, wenn sie mit der Speise zerkaut werden oder nach dem Essen dort hängenbleiben. Die Enzyme können dann lokal die Mundschleimhaut schädigen und verlieren ihre enzymatische Wirkung. Im Allgemeinen gilt daher, die Dosis mit wenig Flüssigkeit zum Essen einzunehmen, gegebenenfalls in mehreren Portionen. 
 

  • Datum 07.05.2014
  • Autor Mag.pharm. Dr. Alfred Klement