Magenverkleinerung erhöht Allergiewahrscheinlichkeit

Magenverkleinerungen können bei betroffenen PatientInnen das Risiko, eine Allergie zu entwickeln, mitunter deutlich erhöhen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Medizinischen Universität Wien gekommen.

Die Studie wurde im Zuge von endoskopischen Magenverkleinerungen von stark adipösen PatientInnen durchgeführt. „Operiert wird ab einem Body-Mass-Index von 35 Kilogramm pro Quadratmeter mit weiteren bestehenden Erkrankungen und ab einem BMI von 40 Kilogramm pro Quadratmeter ohne Komorbiditäten. Und je nach Vorbefunden – die Vorbereitungszeit dauert etwa vier bis sechs Monate – sowie nur mit gültiger OP-Freigabe wird operiert“, erklärt Untersmayr-Elsenhuber.

Der Magen von stark adipösen Menschen ist meist nicht viel größer als jener von Normalgewichtigen und fasst etwa 1,2 bis 1,6 Liter. „Doch die späte Ausdehnung und somit die Sättigung unterscheidet sich deutlich – sie müssen und können mehr essen“, so die Immunologin, die sich seit 2001 der Untersuchung von Risikofaktoren für Allergieentwicklung und der Entwicklung neuer Therapien verschrieben hat.

Nach der Magenverkleinerung beträgt das Magenvolumen allerdings nur noch 15 bis 25 Milliliter. Für die Patienten bringt die OP eine wesentliche Steigerung der Lebensqualität, verlieren sie doch innerhalb kurzer Zeit sehr viel Körpergewicht. Doch der „Restmagen“ ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Verdauungssäfte zu produzieren und so die aufgenommene Nahrung zur Gänze in ihre Bestandteile zu zerlegen, die nun „unverändert“ in den Darm gelangt. Da dieser als Ort der Entstehung von Allergien angesehen wird, steigt nun die Gefahr für allergische Reaktionen.

Dementsprechend aufwändig ist die postoperative Behandlung der Patienten, die das Krankenhaus meist schon zwei bis drei Tage nach dem Eingriff wieder verlassen können. Für die Studie wurden insgesamt 34 verschiedene Allergene getestet. Sonst werden routinemäßig alle drei Monate Vitamine, Folsäure, sämtliche Hormone inklusive Schilddrüsenwerte sowie Eisen regelmäßig kontrolliert. Nach einem Jahr folgen Kontrollen im Jahres-Rhythmus – ein Leben lang. „In Zukunft sollte aber auch das Allergierisiko bedacht und die Patienten entsprechend medizinisch betreut werden“, so Untersmayr-Elsenhuber.

 

  • Datum 04.11.2015
  • Autor Medizinische Universität Wien

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Apotheke ist weiblich

Die Apothekerin, die Aspirantin, die Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin: Die 1.380 österreichischen Apotheken sind in der Hand von Frauen. 90 Prozent aller 16.000 Beschäftigten sind weiblich und das bis hinauf in die Chefetagen, denn jede zweite Apotheke wird bereits von einer Frau geführt.

hier weiterlesen


Hallux valgus: Vorsicht vor Folgeschäden!

Anfangs spürt man es nur in schmalen High Heels: den schmerzhaften Druck aufs Großzehengrundgelenk oder auf einen der kleinen Zehen. Schon jede dritte 20-Jährige zeigt Ansätze eines Hallux valgus. Aber irgendwann schmerzen nicht nur High Heels, sondern auch Sportschuhe...

hier weiterlesen


Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen