Hoffnung auf wirksame Malaria-Therapie mit nur einer Tablette

Jährlich sterben rund 584.000 Menschen weltweit an Malaria. Die meisten Opfer fordert die Seuche in Afrika und trifft hier insbesondere die Schwächsten, Kinder und Schwangere. Die derzeitigen Therapien müssen über mehrere Tage eingenommen werden, damit sie gegen die Malaria wirksam sind. Erste Ergebnisse einer Studie geben nun Hoffnung auf die Malaria-Therapie mit nur einer Einzeldosis.

„Wenn das Fieber einen Tag nach Beginn der Malaria-Therapie runtergeht, wird oft vergessen die Medikamente weiter verlässlich einzunehmen. Eine wirksame Therapie mit nur einer Dosis wäre daher ein Riesenfortschritt“, erklärt der Experte für die klinische Entwicklung von Malaria- Kombinationstherapien, der seit 15 Jahren im Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun als Leiter der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe „Infectious Disease Control Group“ tätig ist.

In einer laufenden, multizentrischen Studie, die von der Non-Profit-Organisation MMV (Medicines for Malaria Venture) initiiert wurde und auch vom österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft unterstützt wird, untersuchen die WissenschafterInnen nun eine neue Substanz, die das Potenzial hat, künftig als Single-Dosis-Therapie eingesetzt werden zu können. Dabei handelt es sich um die synthetische Substanz OZ439 (Wirkstoff Artefenomel), die in Kombination mit dem bekannten Wirkstoff Piperaquin untersucht wird. Ramharter: „Eine Dosis einer in Wasser gelösten Tablette, tötet alle Malaria-Parasiten ab und schützt sogar noch einige Wochen vor einer Neuinfektion.“

Die Sicherheit des Medikaments wurde nun in Phase-IIb-Studien bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in acht Ländern Afrikas, Süd-Amerikas und Asiens erfolgreich getestet. Jetzt werden auch Kleinkinder in die Studie eingeschlossen. Ziel ist es dabei vor allem auch, die optimale Dosierung der neuen Medikamentenkombination herauszufinden.

 

Auf der Suche nach der optimalen Malaria-Prävention für Schwangere

In einer weiteren, von der EU unterstützten Studie, an der die Malaria-ExpertInnen der MedUni Wien maßgeblich beteiligt sind, arbeiten die WissenschafterInnen an der optimalen Präventionstherapie für schwangere Frauen. Malaria ist bei Schwangeren stark mit dem Risiko einer Frühgeburt, mit einem niedrigen Geburtsgewicht des Neugeborenen und mit Blutarmut der Mutter assoziiert. Die derzeitigen Medikamente haben sich ebenso wie der neu eingesetzte Wirkstoff Mefloquin aber als nicht optimal erwiesen. Ramharter: „Das lässt sich zum Schutz von Mutter und Baby noch weiter verbessern.“

Die derzeitige Therapie sieht zum einen den unbedingten Einsatz von Moskitonetzen für schwangere Frauen vor, aber auch eine medikamentöse Malaria-Therapie, jedes Mal wenn die Frauen zur Vorsorgeuntersuchung kommen – egal ob die Frauen Malaria haben oder nicht. „Dieses Therapieschema hat grundsätzlich einen hohen Benefit für Mutter und Baby gebracht.“
 

  • Autor MedUni Wien