Mariendistl

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Heilpflanzen: Mariendistl

Wer würde annehmen, dass sogar bei einer lebensbedrohenden Vergiftung durch den Knollenblätterpilz auf eine Infusion zurückgegriffen wird, die auf Mariendistel (Silybum marianum) beruht? Tatsächlich schützt der Mariendistelextrakt die Leber vor mehreren giftigen Substanzen und hilft Leberschäden zu kurieren.

Bereits vor 150 Jahren wurden die kleinen Früchte der Mariendistel als Heilmittel bei Leberbeschwerden entdeckt und in der Folge ausgiebig untersucht. Der wirksame Bestandteil der Mariendistelfrüchte ist das Silymarin. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus drei Substanzen (Silibinin, Silidianin und Silicristin). Dieses Gemisch wirkt zum einen schützend auf die Zellen der Leber, indem es die Zellwand stabilisiert und dadurch Gifte abwehrt, zum anderen stimuliert Silymarin aber auch die Zellregeneration und fängt schädigende Radikale ab, wodurch sich die geschädigte Leber wieder erholen kann.

Mariendistel wird dementsprechend häufig  bei Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirrhose angewandt, die bei chronischem Alkoholkonsum auftreten. Aber auch bei Leberschäden, die durch Umweltgifte oder diverse Arzneimittel entstanden sind, sowie bei Infektionen der Leber (z.B. Hepatitis C) macht eine unterstützende Therapie mit Mariendistel Sinn. In klinischen Untersuchungen zeigte sich  zudem, dass eine vorbeugende Einnahme von Mariendistelpräparaten besser wirkt, als die Einnahme bei schon vorhandenen Schädigungen bzw. Beschwerden.

Zusätzlich wirken sich Mariendistelfrüchte auch bei Verdauungsbeschwerden günstig auf die Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl aus. Die übliche Tagesdosierung liegt laut Fachgesellschaften bei 12 bis 15 g Mariendistelfrüchten bzw. bei 200 bis 400 mg Silymarin. Da die wirksamen Inhaltsstoffe schlecht wasserlöslich sind, ist eine Anwendung als Tee nur bei Verdauungsproblemen sinnvoll. Hierzu sollten die sehr harten Früchte vor der Teebereitung zerkleinert werden. Sollte die Leber geschützt bzw. Leberschäden kuriert werden, sind Fertigpräparate mit einem standardisierten Trockenextrakt aus Ihrer Apotheke sinnvoller.  Mariendistelfrüchte können leicht abführend wirken, ansonsten gelten sie als sehr gut verträglich.

  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller