Medikamente können Fahrsicherheit beeinträchtigen

Erkältungszeit: Medikamente helfen, akute Beschwerden von grippal infizierten Verkehrsteilnehmern zu lindern, und verbessern damit eigentlich die Verkehrssicherheit. Die Einnahme mancher Arzneien stellt aber auch ein Verkehrsrisiko dar, weil sie zum Beispiel die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr herabsetzen.

Die Österreichische Apothekerkammer warnt davor, sich nach der Einnahme von Medikamenten einfach hinters Steuer zu setzen, ohne mögliche Nebenwirkungen zu bedenken. Auf der Apo-App sind alle Medikamente, die die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen, mit einem Auto-Symbol gekennzeichnet.
„Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker“ – dieser Slogan zur sicheren Medikamenteneinnahme ist gerade in der Erkältungszeit besonders zu beachten. Viele Medikamente gegen grippale Infekte, auch rezeptfreie Arzneien, beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit und Fahrsicherheit.

„Viele Menschen wissen nicht, dass sie sich und ihre Umgebung gefährden können, wenn sie Medikamente gegen Husten und Schnupfen einnehmen und sich dann ins Auto setzen“, so Mag.pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. Einerseits lindern diese Arzneien zwar die Erkältungsbeschwerden, manche Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Codein oder Alkohol, können aber auch zu Müdigkeit führen oder das Bewusstsein und die Reaktionsfähigkeit einschränken. Wer Medikamente einnimmt, egal wofür oder wogegen, sollte daher immer vor Verkehrsantritt die Gebrauchsinformation auf Neben- oder Wechselwirkungen durchlesen oder kann direkt in der Apotheke nach diesen Informationen fragen.

Apo-App informiert rasch und unbürokratisch

Verlässliche und detaillierte Informationen zu möglichen verkehrsgefährdenden Wirkungen von Arzneien bieten die Apothekerinnen und Apotheker, eine erste Schnellinformation ist aber auch mobil abrufbar. In der Apo-App „Apotheken und Medikamente“, die für Android und iOS kostenlos im App-Store heruntergeladen werden kann, sind unter „Warnungen und Hinweise“ alle Medikamente, die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden könnten, mit einem Auto-Symbol und der Warnung „Fahrtüchtigkeit kann beeinträchtigt werden“ gekennzeichnet.

Apotheken auf einen Blick

In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau. Insgesamt beraten knapp 6.000 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.370 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker. Zusätzlich erbringen über 350 Apothekerinnen und Apotheker in den österreichischen Krankenanstalten wertvolle Versorgungs- und Beratungsleistungen für die Patienten.
 

  • Datum 03.11.2016
  • Autor Mag. Gudrun Kreutner, Mag. Silvia Pickner | Österreichische Apothekerkammer

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