Medikamentensicherheit

Medikamentensicherheit lautet das Motto des „Tages der Patientensicherheit“ am 17. September. Dieses Motto verfolgen die österreichischen Apothekerinnen und Apotheker 365 Tage im Jahr. Denn die laufende, kompetente und umfassende Beratung in den 1360 Apotheken bringt den Patienten eine hohe Sicherheit bei der Einnahme ihrer Arzneimittel.

„Die Apothekerinnen und Apotheker sind aufgrund des Studiums der Pharmazie und ihrer täglichen Praxis Experten für Arzneimittel. Um eine hohe Medikamentensicherheit bei der Bevölkerung und speziell bei Risikogruppen zu erreichen, ist eine Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe wichtig. Alleine durch das gelebte 4-Augen-Prinzip können täglich viele Medikationsprobleme aufgedeckt und somit vermieden werden, da sowohl Arzt als auch Apotheker den Patienten informieren“, so Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.
 

Nachhaltiger Arzneimittelkonsum in Österreich dank Aufklärung

Von den 13.204 in Österreich zugelassenen Humanarzneispezialitäten sind derzeit 5.585 Präparate (42 Prozent) rezeptfrei, bei 7.619 (58 Prozent) muss ein Rezept vorgewiesen werden. Eine Apotheke hat im Durchschnitt 20.000 Packungen auf Lager. Dazu kommen in der Apotheke selbst hergestellte magistrale Zubereitungen. Eine im Jahr 2015 vom Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) erstellte Studie zeigt, dass der Arzneimittelverbrauch je Einwohner in Österreich vergleichsweise niedrig ist. Im Vergleich mit EU-Ländern und der Schweiz  liegt der Verbrauch der Österreicherinnen und Österreicher mit 1098 Standard Units im Durchschnitt. „Standard Units“ meint jene Dosis, die der Patient pro Einnahme zu sich nimmt, wie zum Beispiel eine Tablette, einen Messbecher oder 10 Tropfen. Die Einzeldosis ermöglicht eine bessere internationale Vergleichbarkeit, da die Packungsgrößen in der EU unterschiedlich sind. Spitzenreiter laut Studie sind Frankreich mit 1391, Großbritannien mit 1270 und Deutschland mit 1225 Standard Units pro Person. Wellan: „10 Milliarden Mal pro Jahr werden eine Tablette eingenommen, eine Salbe aufgetragen oder Tropfen appliziert. Dank der kompetenten Beratung durch die Apothekerinnen und Apotheker wird die Arzneimitteltherapie ständig optimiert. Dadurch ist der Verbrauch von Arzneimitteln in Österreich nachhaltig und vergleichsweise gering. Dieser Wert ist eine Bestätigung für das funktionierende Zusammenspiel von Abgabe, Kontrolle und Beratung durch die Apothekerinnen und Apotheker.“
 

Zukunftshoffnung Medikationsmanagement

„Wir Apotheker verstehen unter Medikationsmanagement eine kontinuierliche Betreuung durch ein multiprofessionelles Team zur Erhöhung der Therapietreue des Patienten“, so Wellan. Kernstück ist eine etwa einstündige Medikationsanalyse in der Apotheke zu allen rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Arzneimittelbezogene Probleme werden erkannt, gelöst oder vermieden. Ziele sind die fortlaufende und nachhaltige Erhöhung der Effektivität und Sicherheit der Arzneimitteltherapie, die fortlaufende und nachhaltige Minimierung von Arzneimittelrisiken, die Unterstützung des Patienten im Selbstmanagement. Es werden auch die Lebensumstände des Patienten berücksichtigt, um eine kontinuierliche Betreuung sicher zu stellen. 1500 Apothekerinnen und Apotheker haben bereits eine Ausbildung im Medikationsmanagement absolviert.
 

Risiko durch illegale Arzneimittel aus dem Internet

Die Arzneimittel in den österreichischen Apotheken sind sicher und hochwertig. Fälschungen treten hierzulande in unseriösen online-Shops auf, die den Kunden mit professionellem Design ihrer Websites Glauben machen, sie wären eine echte Apotheke. Trotz vermehrter Information und Aufklärung bestellen noch immer viele Kunden rezeptpflichtige Arzneimittel illegal im Internet. Illegale Arzneimittel sind meist gefälscht (AGES: 95 Prozent Fälschungen) und gefährden massiv die Gesundheit der Kunden. Laut WHO sind vor allem Potenzmittel, Schmerzmittel und Muskelaufbaupräparate gefälscht, aber leider nicht nur diese.
 

Apo-App: Beitrag zur Medikamentensicherheit durch Information

Die Apo-App enthält alle Informationen zu Apotheken und Medikamenten für Kunden und Patienten. Das wichtige elektronische Nachschlagewerk für Smartphones ist bei den Kunden aufgrund der Benutzerfreundlichkeit besonders beliebt. Die kostenlose Apo-App zählt über 450.000 Downloads. Im Bereich Medikamenten-Info sind alle Arzneimittel mit Zusatzinformationen wie Beipacktexten und Warnhinweisen versehen. Der User sieht auf einen Blick, ob das Arzneimittel die Verkehrstauglichkeit beeinflussen kann oder für Schwangere nicht geeignet ist. Viele Medikamente sind zur besseren Erkennbarkeit mit Bildern versehen.

  • Datum 14.09.2016
  • Autor Mag. Gudrun Kreutner, Mag. Elisabeth Ort

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