Herzlich entspannt …

Herz-Kreislauferkrankungen sind in Österreich weit verbreitet. Veränderungen im Gefäßsystem führen zur Verengung, Verkalkung und einem Verschluss arterieller Gefäße. Zahlreiche Mikronährstoffe können in diese Stoffwechselprozesse regulierend eingreifen und das Risiko maßgeblich reduzieren.

Inflammatorische Prozesse, Gefäßschäden durch oxidiertes LDL (low density lipoproteins), Ablagerungen sowie oxidativer Stress im Gefäßsystem sind wesentliche Ursachen der Arteriosklerose,  die in weiterer Folge die Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht. Ähnliches gilt für die Hypertonie,  also den Bluthochdruck, der entzündliche Prozesse im Gefäßsystem sowie die Inbalance zwischen  konstriktiven (zusammenziehend) und dilatativen (erweiternden) Faktoren als Auslöser hat.

Entzündungen reduzieren

Zur Reduktion der entzündlichen Prozesse sind Antioxidantien die beste Wahl.  Mit zunehmendem Alter nimmt die Verfügbarkeit wichtiger Radikalfänger durch erhöhten  Verbrauch bzw. reduzierte Zufuhr ab. Dies gilt sowohl für Vitamin C, E oder Coenzym Q10 als auch für Enzyme mit antioxidativer Wirkung wie Glutathionperoxidase oder Superoxiddismutase in Verbindung mit  Selen, Mangan und Zink.

Radikalfänger Tocopherol

Vitamin E gilt als einer der besten Radikalfänger im fettlöslichen Milieu und ist zentraler Nährstoff in der  Herz-Kreislauf- Prävention. Im Zusammenspiel mit Vitamin C können auf diese Weise Oxidationsprozesse unterbrochen und Entzündungsgeschehen reduziert werden. Zusätzlich fungiert  Vitamin E als natürlicher Blutverdünner, indem es die Wirkung des Blutgerinnungsproteins verlangsamt  und die Tendenz zur Thrombenbildung reduziert.

Leistungsstütze Q10

Coenzym Q10 mit einem geschätzten Tagesbedarf von 90 bis 120 mg verbessert die Herzleistung bei  Herzinsuffizienz. Zusätzlich verhindert es, ähnlich wie Vitamin E, Oxidationsprozesse von Blutfetten und  Cholesterin. Wichtig: Bei Statintherapien darf Coenzym Q10 im Nährstoff-Plan keinesfalls fehlen, da die körpereigene Synthese von Coenzym Q10 durch Statine empfindlich reduziert wird, was sich in Müdigkeit und muskulärer Erschöpfung niederschlägt.

Ausgeglichener Selenspiegel

Selen spielt im Herz-Kreislauf-System eine spezielle Rolle. Das v. a. in Fisch, Nüssen und  Hülsenfrüchten vorkommende Spurenelement wird in Kombination mit oben genannten Antioxidantien eingesetzt. Gleichzeitig reduziert Selen das Risiko für koronare Herzerkrankungen; ein Selenmangel  kann zur Erkrankung des Herzmuskels beitragen.

"Situationselastisch“

Das kardiovaskuläre System reagiert auf verschiedene Belastungen wie Sport, erhöhten  Sauerstoffbedarf, Stress etc. über die kardiale Schlagkraft, die Schlagfrequenz sowie die  Gefäßspannung. Für den reibungslosen Ablauf dieser Prozesse sind in erster Linie Elektrolyte – und hier vor allem Kalium und Magnesium – unentbehrlich.

Elektrolytbalance

Ein Magnesiummangel erhöht die Durchlässigkeit für Kalium, was wiederum Auswirkungen auf die  Schlagkraft des Herzmuskels hat. Genauso verhindert Magnesium als Calciumantagonist eine  Calciumüberladung in den Herzmuskelzellen und vermindert das Risiko von Herzrhythmusstörungen  bis zum Herzinfarkt. Gemeinsam mit Kalium reguliert es folgerichtig den Blutdruck, die Herzleistung und  reduziert das kardiovaskuläre Risiko. Der optimale Einnahmezeitpunkt liegt in diesem Fall am Abend, da  der Magnesiumspiegel in  der Nacht natürlicherweise sinkt und mittels abendlicher Verabreichung die nächtliche Versorgungslage stabilisiert.

 

Richtige Fette am Teller,weniger im Blut

Die lange Zeit postulierte fett- und cholesterinarme Ernährung zeigte unterm Strich nur wenig Erfolg. Der  erhoffte Effekt auf eine geringere Herz-Kreislauf- Mortalität blieb aus, beendete die pauschale  Verurteilung von Fett und stellte die Fettqualität in den Mittelpunkt der Empfehlungen. Mittlerweile sind mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren als eine der zentralsten Präventionsstrategien für ein  gesundes Herz und intakte Gefäße unentbehrlich. Sie sind v . a. in Kaltwasserfischen wie Lachs,  Makrele und Kabeljau, aber auch in Nüssen und Samen enthalten.

Fettbalance

Für das Gleichgewicht der Blutfette und deren funktionelle Umsetzung im Organismus ist Chrom  verantwortlich. Gerade  bei Diabetikern eine unentbehrliche Ergänzung, da Chrom gleichermaßen die Glucosetoleranz und die Insulinsensitivität verbessert.

Hyperhomocysteinämie

Als weiterer ernst zu nehmender Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen gilt ein erhöhter  Homocysteinspiegel. Werte über 15 μmol/l können das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall stark  erhöhen und zeigen in zahlreichen Studien einen ähnlich negativen Effekt auf Depressionen und  Alzheimer-Demenz. Homocystein entsteht endogen aus der Aminosäure Methionin. Gut zu wissen, dass  tierisches Eiweiß im Vergleich zu pflanzlichem Eiweiß dreimal so viel Methionin pro  Gewichtseinheit enthält und ein übermäßiger Fleischkonsum gemeinsam mit einem Vitamin-B-Mangel eine mögliche Ursache darstellt.

Das Seniorenleiden

Während eine Hyperhomocysteinämie im Allgemeinen bei rund 5 bis 10 % der Bevölkerung auftritt, liegt  der Prozentsatz bei älteren Menschen schon bei 30 bis 40 %. Auffallend ist der starke Anstieg nach den  Wechseljahren, wobei der Homocysteinspiegel bei Frauen generell einem lebenslangen Auf und Ab unterworfen ist.

Heilendes Triumvirat

Zwischen den Vitaminen B6, B12 und Folsäure besteht eine enge Beziehung. So wird u .a. Abbau und  Umwandlung von Homocystein von allen drei B-Vitaminen katalysiert. Sind zu wenig B-Reserven vor Ort,  können bestimmende Abbauschritte nur unzureichend stattfinden und der Homocysteinspiegel steigt  über seinen physiologischen Normwert. In der Folge bilden sich vermehrt freie Radikale, die das  Endothel, also jene Zellenschicht, die das Innere der Blutgefäße auskleidet, schädigen können.

B-Komplex

Ein täglich ergänzter B-Komplex mit rund 400 bis 600 mcg Folsäure, 25 bis 50 mg Vitamin B6 und 50 bis  500 mcg Vitamin B12 kann einen erhöhten Homocysteinspiegel reduzieren und das Krankheitsbild positiv beeinflussen. Dazu empfiehlt sich eine ausreichend hohe Dosierung an Nicotinsäure, die  erhöhte das so genannte„böse Cholesterin” LDL, reduzieren und gleichzeitig das „gute Cholesterin” HDL steigern kann.

Vitamin D

Seit mehreren Jahren ist bekannt, dass Vitamin D nicht nur im Calcium- und Knochenstoffwechsel  essenzielle Funktionen übernimmt, sondern auch die kardiovaskuläre Gesundheit wesentlich beeinflusst. So erhöhen verminderte Vitamin D-Spiegel das Risiko für Bluthochdruck, periphere  arterielle Verschlusskrankheit, Myokardinfarkte, Herzversagen und die allgemeine kardiale Mortalität.  Verschiedene Untersuchungen zeigen Zusammenhänge mit so genannten endothelialen  Dysfunktionen, also Entzündungsprozessen, Arteriensteifigkeit und verstärkten Ablagerungen von  Calcium in den Gefäßen.

Tipp aus der Küche

Der regelmäßige Verzehr von Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst kann vor Herzinfarkt und Schlaganfall  schützen. Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind vor allem die sekundären Pflanzenstoffe wichtige  Schutzfaktoren für das Herz und die Gefäße. Darüber hinaus sind die genannten Lebensmittel reich an  Ballaststoffen – v.a. Haferflocken, Gemüse, Hülsenfrüchte – und regulieren den Cholesterinspiegel,  indem sie das Cholesterin im Darm binden und dessen Aufnahme reduzieren. Lebensmittel, für die  unser Herz im wahrsten Sinne des Wortes schlägt. Oft aber kann man nicht alle erforderlichen Mikronährstoffe abdecken – z.B. im Winter – oder hat einen erhöhten Bedarf aufgrund einer bestehenden Erkrankung oder einer einseitigen Ernährung. Dann gibt es in Ihrer Apotheke spezielle  Mikronährstoffpräparate in hoher Qualität und der erforderlichen Dosierung. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker dazu beraten; er kennt sich bestens damit aus!

  • Datum 27.09.2016
  • Autor Mag. pharm. Larissa Grünwald

Mag. Larissa Grünwald

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Grünwald ist selbständige Ernährungswissenschafterin mit dem Schwerpunkt Orthomolekulare Medizin (Nährstoff- bzw. Vitalstofftherapie).

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