Zahnärzte sehen mangelnde Mundhygiene als größtes Problem

Eine optimale Mundhygiene ist die beste Vorsorge für eine lebenslange Zahngesundheit. Deshalb ist es umso bedauerlicher, dass Österreichs Zahnärzte gerade darin einen gravierenden Mangel bei ihren Patienten feststellen. Ein Drittel der Erwachsenen weist eine mangelnde oder falsche Mundhygiene auf.

Zahnexperten sind sich einig. Mangelnde Mundhygiene ist nicht nur das größte Problem in der Mundgesundheit der Österreicher. Fehlende Hygiene zählt ohne Zweifel zu den größten Risikofaktoren für viele Zahnerkrankungen wie Karies, Zahnfleischprobleme, schmerzempfindliche Zähne und andere Indikationen. Eine Befragung der österreichischen Zahnärzte zeichnet folgendes Bild: 33 Prozent orten die mangelhafte Mundhygiene als größtes Problem, gefolgt von Zahnfleischproblemen (26 Prozent) und Kariesschäden (20 Prozent). 13 Prozent sehen freiliegende Zahnhälse und 6 Prozent Zahnerosion als Problemfelder. Erwachsene sind am meisten betroffen.

Dabei sind Zahnschäden großteils vermeidbar, wenn bestimmte Faktoren wie richtige Ernährung, ein gesunder Lebensstil und eben die Mundhygiene von klein auf stimmen. Das erkennen auch immer  mehr Österreicher. Rund ein Viertel der Personen sucht den Zahnarzt für einen Kontrollbesuch auf. 20  Prozent nehmen eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch. Andere kommen mit Zahnschmerzen,  wegen schmerzempfindlicher Zahnhälse, chronischer Zahnfleischprobleme oder mit dem Anliegen einer ästhetischen Zahnbehandlung in die Praxis. Die Hälfte holt sich jedes zweite Jahr Rat und Hilfe vom Zahnarzt, immerhin noch rund ein Viertel einmal im Jahr.


Kinder als Hoffnungsträger in der Mundgesundheit

Die Mundgesundheit der Kinder hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das ist ein Indiz dafür, dass Aufklärung, Motivation und langjährige Prophylaxe Programme auf Bundes- und Länderebene fruchten. Weltweit sind noch immer rund 60 bis 90 Prozent der Schulkinder und nahezu 100 Prozent der Erwachsenen mit Karies belastet. In Österreich sieht das Bild zum Glück besser aus. Ergebnisse aktueller Zahnstatuserhebungen zeigen, dass vor allem Zähne junger Menschen immer gesünder werden. Dr. Wolfgang Kopp, Prophylaxe Referent der Österreichischen Zahnärztekammer: „Langjährige Vorsorgestrategien, Gruppenprophylaxe und Individualprophylaxe mit entsprechender Aufklärung zeigen Erfolge."

So individuell wie der Mensch ist, so sind seine Mundpflegebedürfnisse

Einen viel höheren und ganz anderen Handlungsbedarf als bei Kindern orten die Experten bei Erwachsenen. Neben Karies rücken mit fortschreitendem Alter Gingivitis und Parodontitis in den Fokus. Rund 70 Prozent der Erwachsenen leiden an einer Zahnfleischerkrankung. Ab dem 30. Lebensjahr ist der parodontale Zustand besonders durch den Lebensstil gekennzeichnet. Falsche Ernährung, Rauchen und unzureichende Entfernung der bakteriellen Plaque sind die größten Risikofaktoren, die das Zahnfleisch schädigen können. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates.


Die 4 Regeln für gesunde Zähne (aus dem Gesamtösterreichischen Prophylaxeprogramm der ÖZAK)

  1. Gesunde Ernährung (unter Berücksichtigung kariogener Ernährungsfaktoren - entsprechende Aufklärung beim Zahnarzt)
  2. Regelmäßige effektive individuelle Mundhygiene zu Hause  +  Professionelle Zahnreinigung und Information beim Zahnarzt
  3. Fluoridierungsmaßnahmen (zu Hause und/oder beim Zahnarzt)
  4. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen

  • Datum 25.08.2015
  • Autor Colgate, ÖZAK

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