zurück

Nährstoffe gegen Gedächtnislücken

Kennen Sie das? Vergesslich, unkonzentriert und ständig auf der Suche nach den einfachsten Worten? Was bei Kindern oft übergangen, bei Erwachsenen überspielt und bei älteren Menschen belächelt wird, kann ein wichtiger Hinweis auf einen Mangel an Mikronährstoffen sein.

Gedächtnisschwäche trifft Alt und Jung gleichermaßen. Lediglich die Auslöser sind unterschiedlich gewichtet. So leidet der Großteil der älteren Bevölkerung an einem gewissen Grad an altersbedingter Vergesslichkeit. Häufige Auslöser sind einseitige Ernährung, chronische Medikamenteneinnahme, Durchblutungsstörungen und eine geringe Bereitschaft den Geist zu trainieren. Ganz anders in der jüngeren Generation. Hier sorgt meistens der Stress für geistige Überforderung. Stress ist zunächst nichts Negatives. Im Gegenteil, er bereitet unseren Körper durch die Ausschüttung von Stresshormonen auf größere Belastungen vor. Wird aber der Stress zur Dauerbelastung, droht eine körperliche und geistige Erschöpfung inklusive psychisch bedingtem Gedächtnisverlust. Bei Kindern ist oft eine einseitige Ernährung Auslöser für Konzentrationsmangel, hyperaktives Verhalten oder massive Lernprobleme.

Warum vergesslich?

Unser Gehirn hat rund 100 Milliarden Nervenzellen, wobei jede Zelle mit bis zu 10.000 weiteren Nervenzellen verbunden ist. Durch diese weitläufige Verknüpfung bildet sich mit der Zeit ein dichtes Netzwerk aus Nervenzellen, für deren Aufbau, Wartung und Funktion das Gehirn kontinuierlich mit Energie in Form von Glucose sowie Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden muss. Fehlt eine dieser Komponenten, werden Verbindungen wieder aufgelöst, und die Signalübertragung innerhalb des Netzwerkes funktioniert nur noch eingeschränkt. Die Konsequenz: Vergesslichkeit, Verwirrtheit und geistige Müdigkeit. Wie rasch der Abbau erfolgt, hängt von vielerlei Einflüssen ab. Dazu zählen das Alter,  die Ernährung, der Stress, die Durchblutung, Rauchen, Sauerstoffaufnahme, das geistige Training sowie bestehende neurologische Erkrankungen etc.

Mangel an Nährstoffen = Mangel an Konzentration

Unsere Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind im Gehirn sowohl für die Ausbildung der Nervenstruktur als auch für deren Funktion unentbehrlich. Kein Wunder also, dass deren gezielte Zufuhr innerhalb kurzer Zeit Erfolge zeigt. Denn nicht nur Gedächtnis und Konzentration, sondern auch Stimmung und Befindlichkeit profitieren von gut dosierten Nährstoffergänzungen.

Gehirnschmalz

Fast 60 % der Trockenmasse des Gehirns besteht aus Fetten. Ein Drittel davon sind langkettige, ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren aus dem Fisch. Der Aufbau des Gehirns beginnt beim Embryo schon im ersten Drittel der Schwangerschaft. So wird Schwangeren ab dem 3. Monat bis einschließlich der Stillzeit eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren empfohlen. Selbst im Kleinkindalter sollte auf diese wertvollen Fettsäuren geachtet werden. Die regelmäßige Zufuhr kann nachweislich die Konzentration fördern sowie die kindliche Aufmerksamkeit und das Gedächtnis unterstützen. Doch nicht nur bei den Kleinsten, auch im Alter zeigen Omega-3-Fettsäuren gute Wirkung: Selbst eine bestehende Demenz kann durch die Gabe von Omega-3-Fettsäuren signifikant verbessert werden.

 

Gut gebaut

Neben den Omega-3-Fettsäuren spielen Phospholipide eine zentrale Rolle im Nervensystem. Phospholipide sind unter anderem bei der Kommunikation und Weitergabe von Informationen innerhalb der Nerven sowie beim Speichern und Abrufen von Informationen in den Zellen unentbehrlich. Eine  zusätzliche Portion an Phospholipiden ist in Form von Lecithin möglich, das nachweislich die Gedächtnisfunktion verbessern kann.

Nahrung fürs Gehirn

Unter den Vitaminen sind die so genannten B-Vitamine für das Gehirn und das Denken am wichtigsten. Ergänzungen enthalten optimalerweise 8 B-Vitamine, wobei der Fokus v.a. auf Vitamin B1, B6, B12 und Folsäure liegt. Von B-Vitaminen profitieren sowohl die Konzentration als auch das allgemeine Wohlbefinden, die Stimmung und die körperliche Leistungsfähigkeit. Es fördert die Energieproduktion in den Nervenzellen und sorgt für Konzentration und geistige Wachheit.

Ohne Sauerstoff kein Denken

Eisen fördert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Ohne Sauerstoff kann das Gehirn weder Denken noch die Aufmerksamkeit aufrechterhalten. Ein Eisenmangel lässt sich mittels Labortest relativ rasch diagnostizieren und erfordert entsprechende Ergänzungen. Als reine Prophylaxe können niedrig dosierte Eisenergänzungen in Form von gut verträglichen Kapseln oder Eisenblutsäften angewendet werden.

Stressbedingte Überforderung?

Magnesium sorgt für die nötige Entspannung: Es entspannt Gefäße und Muskeln, fördert die Durchblutung und erhöht die Stresstoleranz. So gilt die Kombination aus Magnesium, B-Vitaminen und Lecithin als wunderbare Stressbremse und exzellentes „Gehirnfutter“.

 

Grüne Power

Ginkgo biloba, Ginseng und der gute alte Knoblauch sind seit Jahren zur Behandlung von Gedächtnisschwäche in Verwendung. Ein wesentlicher Teil der Wirkung beruht auf einer verbesserten Durchblutung und Energiebereitstellung sowie einer entzündungshemmenden Wirkung. Auf diesem Weg verbessern die drei Pflanzenstoffe jeweils Konzentration und Denkvermögen, was ihren Einsatz bei leichter Vergesslichkeit genauso rechtfertigt wie bei Demenzerkrankungen.

Gut gehalten

Ähnlich wie ein Muskel braucht das Gehirn für seine Funktionsfähigkeit ständiges Training. Zusätzlich zur Nahrungsergänzung sind jegliche Maßnahmen zielführend, die die geistige Beweglichkeit verbessern: Kreuzworträtsel, Puzzle & Co. machen nicht nur Spaß, sondern sind gute Übungen, um das Gehirn bis ins hohe Alter fit zu halten.

Gut getrunken

Abschließend darf nicht vergessen werden, dass auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme einen wichtigen Beitrag zu einem funktionierenden Gehirnstoffwechsel leistet. Flüssigkeitsmangel kann verschiedene Symptome und Krankheiten wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Lethargie, Verwirrtheit und Bluthochdruck hervorrufen.

  • Datum 05.11.2015
  • Autor Mag. Larissa Grünwald

Mag. Larissa Grünwald

Email schreiben

Grünwald ist selbständige Ernährungswissenschafterin mit dem Schwerpunkt Orthomolekulare Medizin (Nährstoff- bzw. Vitalstofftherapie).

Veröffentlichte Artikel

Kundenmagazin DA aus Ihrer Apotheke

Cover DA

Die aktuelle Ausgabe der "DA - Die APOTHEKE" finden Sie in Ihrer Apotheke vor Ort!

Diese und viele weitere Artikel zu den verschiedensten Gesundheitsthemen lesen Sie in der DA - kostenlos jedes Monat neu in Ihrer Apotheke

Weitere Serien in der DA

Und jedes Monat neu ein aktuelles Thema und viele weitere Berichte, Kreuzworträtsel und Gewinnspiele!

Weitere Artikel zu diesem Thema:

46 Mio Demenz-Patienten weltweit

Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Schätzungen zufolge wird bis zum Jahr 2050 die globale Patientenzahl auf etwa 131,5 Millionen ansteigen. Ist gegenwärtig auch keine Heilung der Krankheit möglich, kann durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr den Kranken und ihren Angehörigen geholfen werden.

hier weiterlesen


Körperliche Fitness hält das Gehirn jung

Mit fortschreitendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns ab, gleichzeitig werden Veränderungen im Gehirn immer häufiger beobachtet. Derzeit leiden schätzungsweise um die 100.000 ÖsterreicherInnen an Demenz. Doch können wir die Alterung unseres Gehirns verhindern oder zumindest verlangsamen? Und welche Rolle spielt hier die körperliche Fitness?

hier weiterlesen


Nährstoffe gegen Gedächtnislücken

Kennen Sie das? Vergesslich, unkonzentriert und ständig auf der Suche nach den einfachsten Worten? Was bei Kindern oft übergangen, bei Erwachsenen überspielt und bei älteren Menschen belächelt wird, kann ein wichtiger Hinweis auf einen Mangel an Mikronährstoffen sein.

hier weiterlesen


Erfolgreich altern

Die positive Auseinandersetzung mit dem Alterungsprozess hilft, Probleme rechtzeitig zu erfassen und zu behandeln. Als präventive Maßnahmen sind ein gesunder und positiver Lebensstil, Aktivitäten, soziale Kontakte, offen sein für Neues und ein Training von Flexibilität und Neulernen zu empfehlen.

hier weiterlesen


„Demenzfreundliche Apotheke“: Anlaufstelle für Betroffene

In Österreich leben rund 113.000 Menschen mit Demenz. Um die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Alzheimer und deren Angehörigen zu fördern, wurde das Gemeinschaftsprojekt "Demenzfreundliche Apotheke" ins Leben gerufen. Die bedürfnisorientierte Versorgung in der Apotheke sowie der Erhalt von Lebensqualität und Würde der Beteiligten standen im Fokus aller Maßnahmen.

hier weiterlesen


November ist der Monat der geistigen Fitness in den Apotheken

Mag. Thomas Veitschegger, Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbandes, Otto Schenk und Michael Landau setzen sich für geistige Fitness ein. Ginseng, Ginkgo & Co halten unser Gedächtnis in Schwung...

hier weiterlesen