Tipp vom Apotheker

Neue Technologien sind nicht immer in ihren Auswirkungen überschaubar. Gilt dies auch für die Nanopartikel?

Sonnenschutz und Nanopartikel

 Nanopartikel sind besonders kleine Teilchen in der Größe von bis zu 100 Nanometer. Derartige „Winzlinge“ haben die Fähigkeit biologische Membranen zu durchdringen, was manchmal medizinisch erwünscht ist, aber nicht bei Sonnenschutzmittel.

Um hohen UV-Schutz zu erreichen enthalten viele Mittel mineralische Zusatzstoffe wie Titandioxid und Zinkoxid. Frühere Sonnenschutzmittelauf mineralischer Basis hinterließen auf der Haut einen weißen Schleier. Durch weitere Zerkleinerung der Partikel auf Nano-Ausmaß konnte dieser optisch nachteilige Effekt verhindert werden.
Nun wurden Stimmen laut, die Bedenken anmeldeten, dass die Teilchen die Hautbarriere durchdringen und sich im Körper ansammeln könnten. 
 
Tipp vom Apotheker
 
Wir können Sie beruhigen. Aus einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Dermopharmazie vom April 2014 (http://www.gd-online.de)geht hervor, dass ein Nachweis für die Aufnahme von Partikel mit mehr als 40 Nanometer durch die intakte Haut nicht existiert. Es bestehen also keine Bedenken, derartige Sonnenschutzmittel einzusetzen, auch nicht bei Kindern und Personen mit Sonnenallergie. Die Gesellschaft bewertet die Situation wie folgt: „Bei der Diskussion über den Einsatz von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln ist zu berücksichtigen, dass in Westeuropa und den USA jährlich rund zwei Millionen neuer Fälle von Hautkrebs auftreten, die auf eine übermäßige UV-Exposition zurückzuführen sind. Lichtschutzmittel spielen somit eine wichtige Rolle in der Krebsvorbeugung. Im Vergleich dazu erscheint die aktuelle Diskussion über das Risiko einer hypothetischen Hautpenetrationvon Nanopartikeln unangemessen“.

  • Datum 02.07.2014
  • Autor Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

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Dr. Klement ist Pharmazeut und Heilpflanzenspezialist. Ständiger Mitarbeiter bei der Österreichischen Apotheker-Zeitung ÖAZ, Kronenzeitung, Ärztekrone, Apothekerkrone. Mitarbeit bei der Apothekenfortbildung.

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