Neues aus der Netzhautforschung

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine häufig auftretende Erkrankung der Netzhautmitte (Makula), die vor allem Menschen betrifft, die älter als 50 Jahre alt sind. Auf der ARTVIENNA 2014 werden nun neue, bahnbrechende Behandlungsmethoden präsentiert.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) bedeutet eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität und war bis vor Kurzem die häufigste Erblindungsursache bei den über 65-Jährigen. Bei Menschen zwischen 20 und 65 Jahren sind Diabetes-bedingte Netzhautveränderungen die häufigste Ursache für Sehbehinderungen und Erblindungen. Auch Gefäßerkrankungen schädigen die Netzhaut intensiv und sind eine häufige Zivilisationserkrankung. Damit hat die Augenheilkunde eine riesige Versorgungsaufgabe für Tausende von Patienten und den Erhalt einer unabhängigen Lebensführung. In Österreich leben allein etwa 125.000 AMD-Patienten. Die Anzahl der an feuchter AMD erkrankten Patienten beträgt also etwa 18.000.
 

Kohärenztomographie (OCT)

 

Universitätsprofessorin Dr. Ursula Schmidt-Erfurth, Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Augenheilkunde,  erklärt: „Allen so erfolgreichen modernen Netzhauttherapien gemeinsam ist die Notwendigkeit der intravitrealen Injektion. Diese wird gesteuert durch die moderne diagnostische Bildgebung, die optische Kohärenztomographie (OCT), um so früh wie möglich gezielte Veränderungen der Netzhaut zu erkennen und zum richtigen Zeitpunkt zu behandeln.“

Das OCT ist ein bildgebendes Verfahren, das – ähnlich der Ultraschalltechnik, jedoch berührungslos – hochauflösende Schnittbilder von biologischem Gewebe ermitteln kann. Dreidimensionale Darstellungen des untersuchten sensiblen Netzhautgewebes und erlauben in ein bis zwei Sekunden eine Rekonstruktion der gesamten Netzhautmitte, der Stelle höchster Sehdichte.
 

Unmengen an Informationen auswerten

 

Voraussetzung für einen Behandlungserfolg ist dabei naturgemäß die richtige Interpretation des Bildbefundes. Hochmoderne OCT-Geräte erzeugen immer genauere Abbildungen, die aus Hunderten von Scans bestehen. Damit multipliziert sich die diagnostische Datenmenge in der Praxis des Augenarztes um ein Vielfaches und wird zum Big-Data-Management. Um alle Informationen in den Bildmengen auch gezielt für den individuellen Patienten nützen zu können, hat die Universitätsaugenklinik große Datenbanken etabliert und computergesteuerte Analyseprogramme, sogenannte Algorithmen entwickelt, die eine präzise und komplette Auswertung des Krankheitsstadiums für jeden Patienten ermöglichen.

 

High-Tech-Innovationen

 

In den Glaskörper des Auges verabreichte Medikamente können demnächst eventuell Operationen ersetzen. Bei der „pharmakologischen Vitreolyse“ können bei der Traktionen an der zentralen Netzhaut gelöst und Netzhautdefekte geschlossen werden ohne das Auge zu eröffnen.

Dies ist somit ein kleinerer Eingriff, der dem Patienten zu Gute kommt.

  • Datum 27.11.2014
  • Autor MedUni Wien