Hautpflege bei Kindern mit Neurodermitis

Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, die vor allem Kinder betrifft. Ungefähr 15 % aller Kinder sind betroffen. Bei den Erwachsenen sind es nur mehr 1 bis 3 %. Vor allem der Juckreiz in der Nacht kann zur Belastung für die ganze Familie werden.

Neurodermitis bei Kindern

Bei der Neurodermitis (auch atopisches Ekzem genannt) handelt es sich um eine Hauterkrankung, deren genaue Ursache noch unklar ist. Sehr häufig geht die Krankheit allerdings mit einem erhöhten Allergierisiko einher. Die Barrierefunktion der Haut ist gestört und es kommt zu chronisch entzündlichen Hautausschlägen. Die Neurodermitis tritt meist schon im ersten Lebensjahr auf. Es kommt zu geröteten, oft nässenden Hautausschlägen vor allem am Kopf, aber auch an Armen und Beinen. Ab dem zweiten Lebensjahr sind die Hautveränderungen meist trocken, es sind jetzt vor allem Kniekehlen, Ellenbeugen, Nacken, Hand- und Sprunggelenke betroffen. In der Pubertät finden sich die Hautveränderungen vorwiegend an Stirn, Hals, Augenlidern, den Gelenkbeugen und am Handrücken. Allen gemeinsam ist der quälende Juckreiz. Durch die trockene und rissige Haut und auch durch Kratzen kommt es auch immer wieder zu Infektionen. Deshalb ist die ständige Basispflege ein absolutes Muss.

 

Basistherapie

Die tägliche Basispflege der Haut soll gewährleisten, dass die Barrierefunktion der Haut verbessert wird. Pflegecremes, die oft auch juckreizlindernde Wirkstoffe enthalten können, sollen die Zeit zwischen den starken Ekzemschüben verlängern. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach speziellen Pflegeprodukten für Neurodermitis. Wichtig ist vor allem, dass sie und Ihr Kind die Creme gerne mögen, denn schließlich sollen Sie sie täglich anwenden. Cremes mit ungesättigten Fetten wie Nachtkerzenöl oder Sonnenblumenöl haben sich als sehr gut bei Neurodermitis erwiesen. Außerdem sollte das Produkt frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein, weil diese die Haut nur zusätzlich belasten. Bei Kindern ab etwa 3 Jahren darf auch Urea enthalten sein, allerdings nur in sehr geringer Konzentration (etwa 3 %, bei älteren Kindern dann auch 5 bis 10 %). Urea bindet Feuchtigkeit in der Haut und verbessert somit den Hautzustand. Tragen Sie Urea-haltige Cremes aber nicht auf entzündete Hautstellen auf, da es sonst brennt.

 

Akute Schübe

Bei einem akuten Schub mit entzündlichen Hautausschlägen wird kurzfristig mit Kortisonsalben behandelt, die vom behandelnden Arzt verschrieben werden. Wichtig ist in dieser Zeit, die Basistherapie nicht wegzulassen! Es macht unter Umständen Sinn, sich an Hautärzte zu wenden, die auf Kinder spezialisiert sind.

 

Alltagstipps

  • Keine Haustiere wie Katzen oder Meerschweinchen: Allergiegefahr!
  • Bei Allergie gegen Hausstaubmilben: milbendichte Bettbezüge verwenden
  • Die Temperatur im Kinderzimmer sollte eher kühl sein
  • Kinder nicht zu warm anziehen: Schwitzen verstärkt die Neurodermitis und vor allem den Juckreiz
  • Baumwollhandschuhe in der Nacht: als Kratzschutz
  • Nur lauwarm baden oder duschen
  • Nach dem Baden/Duschen abtrocknen und mit kühlenden Lotionen eincremen
  • Keine synthetischen Textilien: Baumwolle ist besser verträglich
  • Keine zu eng sitzende Kleidung: das Scheuern der Kleidung verstärkt den Juckreiz
  • Stress vermeiden: Stress kann Symptomatik verstärken
  • Bei Babys helfen Massagen, weil sie auch beruhigend wirken
  • Die Kinder sollten ausreichend toben dürfen, vermeiden Sie „over-protection“!

  • Datum 09.04.2014
  • Autor Mag. pharm. Barbara Verdino