FSME: Kein Bundesland ist frei von Zecken

Zwar weist Österreich mit 85 Prozent die europaweit höchste Impfrate gegen FSME auf. Allerdings sind damit auch all jene Personen erfasst, die "irgendwann" einmal geimpft wurden. Nach Impfschema und damit vollständig immunisiert sind nicht einmal die Hälfte (46 Prozent) aller Österreicher.

Damit liegt der Anteil der "korrekt" gegen FSME-geimpften Personen im Zehn-Jahre-Vergleich so niedrig wie noch nie", warnt Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer.
"Der Hauptgrund, warum so viele Österreicher nicht "korrekt" geimpft sind, ist der oftmals fehlende Überblick über den eigenen Impfstatus. 76 Prozent derer, die 2014 eigentlich eine Auffrischung gebraucht hätten, gingen deshalb nicht zur Impfung, weil sie meinten, sie seien noch gar nicht "dran".  Ich appelliere daher an alle, ihren FSME-Impfstatus regelmäßig zu überprüfen und im Zweifelsfall eine  neuerliche Grundimmunisierung oder Auffrischung vornehmen zu lassen. Wer meint, er sei nicht gefährdet, dem sei gesagt:  Zecken lauern auch auf städtischen Spielplätzen und in "Beserlparks". Auf Risiko spielen, lohnt sich daher nicht. Wer sich im Grünen aufhält, sollte geimpft sein. Das gilt besonders für Kinder", so Dr. Schmitzberger.

Die WHO hat in einem Positionspapier im Jahr 2011 erstmalig nachdrücklich darauf hingewiesen, dass FSME eine wichtige und bedeutende Infektionskrankheit des Zentralnervensystems in allen endemischen Regionen darstellt, berichtet Univ. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch. "Die jährlichen Fallzahlen betragen um 10.000 bis 12.000 Erkrankungen, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher liegen dürfte."

 "Der einzige Schutz vor einer Infektion mit FSME ist die Impfung", erinnert der Vize-Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Christian Müller-Uri.  "Die österreichischen Apotheken bieten auch heuer wieder die FSME-Impfstoffe bis 31. Juli 2015 zu einem Sonderpreis an."
"Unterstützung bietet auch die kostenlose Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer", so Dr. Müller-Uri. Diese informiert neben allen am Markt befindlichen Medikamenten auch über sämtliche Impfstoffe, empfohlene Impfungen und alle durch Impfungen vermeidbaren Erkrankungen. Die App kann auch als elektronischen Impfpass genutzt werden. Ebenso sind die offiziellen Impfempfehlungen für alle Altersgruppen des Gesundheitsministeriums mit der App abrufbar. Auch persönliche Erinnerungen für die nächste Auffrischungsimpfung können erstellt werden. Somit wird keine Impfung mehr vergessen und der Impfschutz ist durchgehend dokumentiert.

"Mit Impfungen haben Mediziner ein Mittel zur Hand, dass Krankheiten verhindern kann! Die FSME-Impfung ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um sich und seine Angehörigen zu schützen. Fragen Sie Ihren Arzt. Informieren Sie sich bei ihrem Apotheker. Fürchten sie sich bitte nicht vor der Schutzimpfung, sondern vor dem, was ohne sie passieren kann", appelliert Frau Dr. Körner abschließend.