Inkontinenz: Verlust an Lebensqualität

"Inkontinenz ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Dennoch ist das Volksleiden ein Tabuthema. In Österreich leidet ein Großteil der etwa 1 Million Betroffenen still und aus falschem Schamgefühl", so erklärt Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich die brisante Situation für Menschen mit Inkontinenz.

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Inkontinenz ist eine Volkskrankheit mit der Österreich nicht allein da steht: In Europa sind zirka 17% der Menschen von diesem Problem betroffen, und bei den über 75-Jährigen steigt der Anteil sogar auf 30-40 %.1 „Rund eine Million Österreicher ist von Inkontinenz betroffen“, so Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich. Der Leidensdruck dieser Menschen ist enorm. Dennoch wird kaum Hilfe gesucht. Die gute Nachricht: „Für jede Form der Blasen- und Darmschwäche gibt es Hilfe, Linderung und oft Heilung.“

Blasenstudie 2015

Die Blasenstudie wurde im Monat Mai 2015 durchgeführt. Astellas Pharma und die MKÖ initiierten gemeinsam mit Unterstützung des Gallup Instituts die Umfrage mit dem Ziel, den österreichischen Inkontinenzpatienten eine Stimme zu geben.

 

  • Ursachen & Beschwerden

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass bei Personen, die bereits in ärztlicher Behandlung waren, mehrheitlich (34 %) eine Beckenbodenschwäche als Ursache für die Harninkontinenz diagnostiziert wurde, auch diverse Blasenerkrankungen (Blasensteine, Blasenentzündungen etc.) sowie psychische Belastungen sind hauptverantwortlich für die Symptomatik. Zu den meist genannten Beschwerden zählen der häufige Gang zu Toilette (51 %), die ständige Störung der Nachtruhe, um Harn zu lassen (43%) und der ungewollter Harnverlust beim Sport, Lachen oder Heben.

 

  • Behandlung von Inkontinenz

Ein regelmäßiges Beckenbodentraining gegen Harninkontinenz ist bei 32 % der Befragten eine empfohlene Behandlungsmethode, auch medikamentöse Behandlung (23 %) und Naturheilmittel (Tees, Kräuter etc.) sind durchaus empfohlene Behandlungsansätze. Der Großteil (37 %) hat jedoch keine der genannten Behandlungsmethoden verordnet bekommen.
 

  • Mehr als zwei Drittel waren noch nie beim Arzt!

Knapp 70 % der Studienteilnehmer haben angegeben, in Bezug auf ihre Harninkontinenz noch nie in ärztlicher Behandlung gewesen zu sein. Bei den Personen, die schon eine Behandlung in Anspruch genommen haben (32 %), ist zu erkennen, dass mit zunehmendem Alter der Prozentsatz steigt.

 

  • Dr. Google ist die wichtigste Informationsquelle

Rund 54 % der Befragten beziehen die relevanten Informationen zu ihrer Erkrankung aus dem Internet, so die Umfrage zur Blasengesundheit 2015. Der Facharzt oder Spezialist wird von 42 % der befragten Patienten als zusätzliche Informationsquelle herangezogen, während Fachlektüre, Zeitungsartikel bzw. -berichte sowie Freunde und Angehörige eher wenig als Wissensquelle herangezogen werden.
 

  • Alltagsproblem Inkontinenz

Die Studie zeigt, dass 44 % der Menschen eine merkliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität erleben. Fast 80 % waren in den letzten 3 Monaten aufgrund ihrer Harninkontinenz zumindest zeitweise in ihren üblichen Aktivitäten (Beruf, Haushalt, Freizeit, Sport etc.) eingeschränkt.
Die primäre Belastung in Zusammenhang mit den Beschwerden besteht darin, im Vorfeld von Unter-nehmungen Überlegungen und Planungen in Bezug auf die nächstgelegenen Toiletten anstellen zu müssen.

 

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