400.000 Menschen in Österreich alkoholkrank

In Österreich sind rund 400.000 Menschen alkoholkrank. Dies teilte der Tiroler Verein BIN mit. Als besonderes Problem wurden die Weihnachtsfeiertage gesehen.


Es gebe zwar Menschen, die den Umgang mit Alkohol beherrschten, merkte Christian Haring, Obmann des Vereins BIN, an. Alkoholkranke fänden sich aber in allen Alters- und Berufsschichten. Dass die Zahl der Alkoholkranken rückläufig sei, liege auch daran, dass schon einiges an Bewusstseinsbildung geschehen sei.

In den letzten Jahren habe sich aber das Trinkverhalten von Frauen an das der Männer angenähert. Außerdem gehe alles hin zum Skandinavischen Trinkmuster. Es werde exzessiv und schnell getrunken, tendenziell am Wochenende.
Ein Problemfall blieben die Jugendlichen. Insgesamt sei der Alkoholkonsum zwar auch hier zurückgegangen. In einer europaweit durchgeführten Studie sei aber deutlich geworden, dass 30 Prozent der Jugendlichen mehrmals im Monat Alkohol konsumierten. Damit lag man im Europa-Vergleich an erster Stelle, so Haring.

Haring sprach auch davon, dass "Alkohol, Weihnachten und Feiertage" häufig zusammengehörten. "Feiertag heißt feiern" so der Obmann. Das Problem sei, dass Alkohol häufig einen Bestandteil von Feiertagen und feiern darstelle.

Weiters skizzierte Haring die Möglichkeit eines verbesserten Umgangs mit Alkohol. Es wäre sinnvoll, "nie jemanden zu Alkohol einzuladen". Eher solle man fragen, was der andere trinken wolle. Dadurch ließe sich der Gruppendynamik entkommen. Jeder könne und solle trinken, was er trinken wolle, fügte der BIN-Obmann hinzu. Der Verein BIN (Beratung, Information, Nachsorge) hilft und berät in Tirol seit 20 Jahren Betroffene und Angehörige bei Abhängigkeitskrankheiten wie etwa Alkohol-, Medikamenten oder Spielsucht.

  • Autor APAMED vom 19.12.2016 Rubrik: Gesundheit & Politik

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen


Entwarnung: Influenza-Welle im Abebben

Die Influenza-Welle ist deutlich im Abebben. Vergangene Woche wurden in Wien nur noch rund 8.400 Neuerkrankungen an Virus-Grippe und grippalen Infekten registriert. In der Woche davor waren es noch rund 12.600 Fälle gewesen.

hier weiterlesen


Lebenslanges Impfen: Eine notwendige Präventionsmaßnahme

Wer glaubt, dass das Thema Impfen mit Ende der Pflichtschulzeit erledigt ist, der irrt. Die aktuelle Datenlage zeigt klar, dass wir auch als Erwachsene und ganz besonders im fortgeschrittenen Alter regelmäßige Auffrischungen benötigen.

hier weiterlesen


Österreich isst und kauft zu süß

Überhöhter Zuckerkonsum führt zu Übergewicht, Diabetes und Fettleber. Der aktuelle Diskurs über die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln und Getränken wird von der ÖDG sehr positiv gesehen, denn es gibt viel zu viele und bereits sehr junge Menschen, die gefährdet sind – besonders Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status. Leistbare, zuckerreduzierte Lebensmittel müssen für die gesamte Bevölkerung leicht zugänglich sein. Aufklärung und die Unterstützung gesünderer Alternativen sind ein Auftrag für die gesamte Gesellschaft.

hier weiterlesen


Welt-Krebs-Tag - Neue WHO-Richtlinien

Jedes Jahr sterben weltweit 8,8 Millionen Menschen an Krebs. Um die Überlebenschancen zu verbessern, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Weltkrebstag (4. Februar) neue Richtlinien herausgegeben.

hier weiterlesen