Österreich als "Kreuzweh-Land"

Österreich ist offenbar ein "Kreuzweh-Land". Je nach Region leiden knapp 40 Prozent der Menschen an solchen Beschwerden. Die Häufigkeit hat sich zwischen 1973 und 2007 in etwa verdoppelt. Das hat eine neue Studie von Grazer Wissenschaftern ergeben.

"Die wissenschaftliche Arbeit von Franziska Großschädl (Institut für Pflegewissenschaften/MedUni Graz) und ihren Co-Autoren ist vor kurzem in der Wiener klinischen Wochenschrift erschienen. Die Daten basieren auf den großen österreichischen Erhebungen des Mikrozensus 1973, 1983 und 1991 sowie auf der Gesundheitsumfrage aus dem Zeitraum 2006/2007. Insgesamt wurden die Informationen von knapp 180.000 Personen über 20 Jahren ausgewertet.   

Eine Hauptaussage: Der Anteil der Menschen mit Rückenschmerzen erhöhte sich von in etwa 14,8 Prozent im Jahr 1973 auf 34,3 Prozent im Zeitraum der letzten Befragung (2006/2007). Es gibt offenbar deutliche Unterschiede je nach Region (Ostösterreich: Wien, NÖ und Burgenland; Westösterreich: Salzburg, Tirol und Vorarlberg sowie die Zentralregion: OÖ, Steiermark, Kärnten), bei Männern und Frauen und wenn man das Körpergewicht (Adipositas, keine Adipositas) berücksichtigt.   
Bei den Frauen (altersstandardisiert) litten 1973 laut der Umfrage 14,2 Prozent an Rückenschmerzen. Bis 2006/207 war ihr Anteil auf 34,3 Prozent angestiegen.

Bei den Adipösen waren es 35,7 Prozent, bei den Nicht-Fettsüchtigen (BMI kleiner 30) es 33,7 Prozent. Im Westösterreich gab 2006/2007 ein Drittel der Frauen an, an Rückenschmerzen zu leiden, im Zentralraum 39 Prozent und in Ostösterreich 36,5 Prozent. Der höchste Anteil wurde bei den adipösen Frauen in Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten mit 41,6 Prozent (2006/2007) registriert.   

Die österreichischen Männer starteten 1973 bei einem Anteil der Kreuzweh-Leidenden von 13,2 Prozent. 2006/2007 waren es 31,2 Prozent (Adipöse: 35,6 Prozent, Nicht-Adipöse 30,5 Prozent). In Westösterreich lag unter den Männern der Anteil der Personen mit Kreuzweh in der letzten ausgewerteten Umfrage bei 37,2 Prozent, in Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten bei 34,6 Prozent und in Ostösterreich bei 31,5 Prozent. Der höchste Anteil wurde unter den adipösen Männern mit 39,8 Prozent registriert.   

"Die absolute Veränderung in der Häufigkeit von Rückenschmerzen war am höchsten bei den adipösen Personen im Zentralraum (plus 29,8 Prozentpunkte bei den Frauen und plus 32,5 Prozentpunkte bei den Männern)", schrieben die Wissenschafter. "Diese Studie bestätigt, dass sich die Häufigkeit von Rückenschmerzen in ganz Österreich dramatisch und über alle analysierten Subgruppen hinweg erhöht hat."   

  • Datum 24.02.2016
  • Autor APAMED vom 22.02.2016 Rubrik: Medical Week

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