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Tipps von der Apothekerin

Bis zu 600.000 Menschen in Österreich leiden an Osteoporose – und obwohl doch eher als „Frauenleiden“ bekannt, ist bereits jeder 6. Patient männlich. Damit auch im hohen Alter unsere Knochenstruktur gesund bleibt, ist vor allem eine ausreichende Calcium- und Vitamin D-Zufuhr unerlässlich. Doch richtige Osteoporosevorsorge beginnt schon in der Kindheit.

Gesunde Knochen… von Anfang an!

Als Hauptfaktor für die Entstehung der Osteoporose gilt in erster Linie eine jahrelange Fehlernährung. Für den Skelettaufbau ist jedoch nicht nur eine adäquate Versorgung mit Vitamin D und Calcium  notwendig, sondern es werden auch Nährstoffe wie Magnesium, Vitamin K, Kupfer, Mangan und Zink
sowie Eiweiß benötigt. Darüber hinaus kommt es nicht nur darauf an, was man dem Körper Gutes zuführt, sondern auch darauf, was man ihm Schädliches erspart, wie z.B. so genannte Nährstoffräuber:
Salzige und phosphathältige Lebensmittel, raffinierter Zucker, Schokolade oder fettes Fleisch – all dies im Übermaß genossen entzieht dem Körper die lebenswichtigen Nährstoffe. Wer lieber regelmäßig
zu Milchprodukten, Obst und Gemüse, Haselnüssen und Mineralwasser greift, gibt damit den Knochen
Festigkeit. Auch Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, chronische Leber- oder Darmerkrankungen,
Lactoseintoleranz und Schilddrüsenprobleme begünstigen die Entstehung von „Knochenschwund“
und machen oft die begleitende Einnahme von bedarfsgerecht dosierten Nahrungsergänzungsmitteln
notwendig.


Wer regelmäßig schmerzstillende und antirheumatisch wirkende Medikamente, so genannte Protonenpumpenhemmer als Magenschutz, Cortison oder bestimmte Medikamente gegen Prostatakrebs und Autoimmunerkrankungen einnehmen muss, läuft ebenfalls Gefahr, seinen Knochenabbau zu beschleunigen.

Springen, Hüpfen, Laufen!


Wer rastet, der rostet! Ausreichende Bewegung ein ganzes Leben lang ist enorm wichtig, um eine möglichst hohe Knochendichte zu erreichen. Gerade im Kindes- und Jugendlichenalter werden
durch Muskelreibung am Knochen die knochenaufbauenden Zellen, unsere Osteoblasten, zu vermehrter Tätigkeit angeregt. In dieser Zeit wird der Knochenvorrat angelegt, von dem man dann im Alter zehren kann, denn die maximale Knochendichte baut sich bis zum 30. Lebensjahr auf.
 

Die 2-Säulentherapie


Neben der Basistherapie von Calcium und Vitamin D als Schlüssel zum besseren Einbau in den Knochen wird aus einer mittlerweile reichhaltigen Palette an Osteoporosemedikamenten individuell für jeden Patienten ausgewählt. Als hochwirksame Medikamente, welche den Knochenabbau hemmen bzw. den Knochenaufbau fördern, unterliegen sie genauen Einnahmevorschriften, die vom Patienten penibel einzuhalten sind: Knochenabbauhemmende Bisphosphonate in Tablettenform, die derzeit am häufigsten verordnet werden, müssen in der Regel einmal pro Woche in der Früh nüchtern mit 200ml Wasser in aufrechter Position unzerkaut geschluckt werden. Auch das Hinlegen nach der Einnahme
ist für 30 Minuten nicht erlaubt, damit Schäden an Mund- und Rachenschleimhaut sowie der Speiseröhre vermieden werden. Um die Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen, darf erst danach,
besser noch erst nach einer Stunde gefrühstückt werden. Dies gilt auch für die Einnahme weiterer Medikamente bzw. Nahrungsergänzungsmittel. Auch das tägliche Schlucken der Basistherapie
Calcium mit Vitamin D, das vielen nicht immer leicht fällt, ist ganz entscheidend für den Therapieerfolg und der Vermeidung von Nebenwirkungen.


Postmenopausale Osteoporose


Echte Hormonersatztherapie findet heute aufgrund der neuen Nutzen-Risikoabwägung fast keine Anwendung mehr, jedoch werden vor allem bei der Osteoporose nach den Wechseljahren so genannte
SERMS eingesetzt. Diese Arzneistoffe docken ähnlich dem weiblichen Hormon Östrogen an den gleichen Stellen an, entwickeln jedoch hauptsächlich im Skelett ihre Knochenabbau hemmende
Wirkung und vermindern nebenbei das Gebärmutter- und Brustkrebsrisiko.

  • Datum 03.04.2014
  • Autor Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

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