Heilpflanzen: Pfefferminze

Ob bei Übelkeit, Krämpfen oder Spannungskopfschmerzen, die heilenden Wirkungen von Pfefferminze (Mentha piperita) sind äußerst vielseitig. Darüber hinaus ist die Pfefferminze aufgrund des ausgeprägten Geschmacks eine der beliebtesten Heilpflanzen.

Pfefferminze entstand spätestens im 17. Jahrhundert in England aus einer Kreuzung aus Wasserminze und Ährenminze. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Pfefferminze wegen des sehr intensiven Geschmacks zu einem der beliebtesten und meistgetrunkenen Kräutertees in der westlichen Hemisphäre. Bei Übelkeit und Krämpfen Pfefferminze wirkt in erster Linie krampflösend bei  schmerzhaften Verkrampfungen und Koliken in den Verdauungsorganen.

Das enthaltene ätherische Öl wirkt außerdem betäubend auf die Magenschleimhaut, wodurch es bei Übelkeit zu einem deutlichen Nachlassen der Symptome kommt. Zusätzlich wird durch die ebenfalls enthaltenen Flavonoide die Freisetzung von Verdauungsenzymen und Gallenflüssigkeit erhöht, wodurch insgesamt die Verdauungstätigkeit gesteigert wird. Pfefferminze eignet sich deshalb nach derzeitigem  Forschungsstand insbesondere zur Therapie von Erbrechen, Magen- und Darmkrämpfen sowie bei Blähungen. Erwachsenen werden bei diesen Beschwerden bis zu 3x täglich je 2 Teelöffel der getrockneten Blätter als Tee empfohlen.

Bei Spannungskopfschmerz Pfefferminzöl bietet auch in der Therapie von Spannungskopfschmerzen eine wirksame Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln. Auf die Schläfen aufgetragen, wird ein langanhaltendes Kältegefühl ausgelöst, das letztlich zu einer Hemmung der Schmerzweiterleitung führt. Dazu wird ein 10 % verdünntes ätherisches Öl empfohlen. Bei Erkältung Auch bei Erkältungskrankheiten kann Pfefferminzöl als Inhalation wahre Wunder wirken. Die Pflanze wirkt auch hier entkrampfend auf die Bronchien und erleichtert das Aushusten. Zur Inhalation sollten für Erwachsene 3 bis 4 Tropfen in heißes Wasser gegeben werden.

Bei Säuglingen und Kleinkindern darf Pfefferminzöl aufgrund des Menthols im ätherischen Öl nicht im Gesicht und auch nicht zur Inhalation verwendet werden, da es sonst zu einem Atemstillstand (Kratschmer-Reflex) kommen kann.

  • Datum 22.06.2015
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller

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