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Heilpflanzen als Arzneimittel

Viele von uns greifen bei Erkältungserscheinungen zuerst einmal zu sanften Mitteln wie Tees und anderen pflanzlichen Behandlungsmöglichkeiten, und dies aus gutem Grund: Einerseits haben sie sich über Jahrhunderte hinweg bewährt, andererseits sind viele unserer Arzneipflanzen auch mit den Methoden der modernen Wissenschaft bestens erforscht. Nur die Zubereitung ist manchmal ein bisschen aufwändig und die Dosierung auch nicht immer exakt zu erreichen. Wer es einfacher haben will, greift zu fertigen Phytopharmaka, das sind Arzneimittel mit Inhaltsstoffen, die in bester Qualität und in der richtigen Dosierung und Einnahmeform fertig in der Apotheke zur Verfügung stehen.

Phytotherapie, was ist das?

Unter Phytotherapie versteht man die Therapie mit Arzneimitteln, die als Wirkstoffe Stoffgemische pflanzlichen Ursprungs enthalten mit genau definierten Wirk- und Inhaltsstoffen in den einzelnen Präparaten. Die jeweiligen Produkte mussten einen aufwändigen Zulassungsprozess durchlaufen, bevor sie in der Apotheke zur Verfügung stehen. Phytotherapeutika haben ein großes Anwendungsgebiet.

Das Interesse an pflanzlichen Arzneimitteln wird immer größer, nicht zuletzt deshalb, weil Phytotherapeutika zumeist rezeptfrei erhältlich sind und im Vergleich zu synthetischen Arzneimitteln weniger unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen.
Die Behandlungserfolge mit Phythopharmaka bei Erkältungskrankheiten aber auch bei Magen-Darmproblemen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität oder bei Erschöpfungszuständen sind bestens belegt. Fragen Sie dazu einfach Ihren Apotheker, er weiß bestens über Arzneipflanzen und Phytopharmaka Bescheid, macht doch einen großen Teil seines Studiums die Lehre von den Arzneipflanzen aus. 

Erkältung: Phytotherapeutika bei …

… Schnupfen

Von innen wirken ätherische Öle wie z.B. Pfefferminz-, Eukalyptus-, Kiefernadel- und Kamillenöl sehr befreiend auf die Atemwege. Vor allem Pfefferminzöl und Eukalyptusöl stimulieren die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut, wodurch der Luftstrom in der Nase intensiver wahrgenommen wird. Dadurch entsteht eine Empfindung einer »freieren Nase«. Eine weitere gute Behandlungsmethode ist die Dampfinhalation zur Sekretlösung und Befeuchtung der Nasenwege und -nebenhöhlen. Dafür eignen sich v.a. Kombinationspräparate aus Kiefernadel-, Eukalyptus- und Fichtennadel- sowie Pfefferminzöl und Menthol. Wenden Sie vor der Inhalation einen entsprechenden Nasenspray an, um den Sekretfluss zu erleichtern.

… Halsschmerzen

Für die Behandlung unangenehmer Halsschmerzen bietet die Phytotherapie zahlreiche Pflanzenextrakte wie z.B. Salbei, Spitzwegerich, Kamillen- und Lindenblüten in Form von Tinkturen, Tees, Säften oder Dragees. Je nach enthaltener Heilpflanze verfügen diese Extrakte über entzündungshemmende und zusammenziehende (adstringierende) Wirkung und tragen zur Bildung und Aufrechterhaltung einer intakten Schleimhaut im Mund- und Rachenraum bei. Thymian – in Form von Kräutertee, Kapseln, Pastillen oder Sirup – wirkt stark desinfizierend und ist eines der wirksamsten Heilkräuter.
Besonders empfehlenswert sind weiters Salbeitee und Echte Kamille als Gurgellösung sowie Eibisch, Malve und Süßholz, die als Kräutertee oder Lutschtabletten in Ihrer Apotheke erhältlich sind.


… Husten

Bei trockenem Husten ist vor allem der krampflösende und antiviral wirkende Thymian sehr wirksam, kombiniert mit der Eibischwurzel, die viele so genannte Schleimstoffe enthält, die die angegriffenen Schleimhäute schützen.
Husten- und damit auswurffördernd wirken außerdem Eukalyptus, Fenchel und Efeu.
Bei Reizhusten haben sich vor allem Eibischwurzel und -blätter, Isländisches Moos, Malvenblätter und -blüten, Spitzwegerichkraut und Lindenblüten bewährt.


 

  • Datum 07.04.2014
  • Autor MH