Hilfe bei prämenstruellem Syndrom (PMS)

Migräneartige Beschwerden, starkes Spannungsgefühl in den Brüsten, Gewichtszunahme und seelische Verstimmungen, dies alles sind typische Beschwerden, die kurz vor Eintreten der Menstruation auftreten können und mit dem Begriff „Präsmenstruelles Syndrom (PMS)“ umschrieben werden.

PMS wird durch das Zusammenspiel vieler Faktoren hervorgerufen, eine entscheidende Rolle spielen dabei die Hormonschwankungen (in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, hohe Östrogenwerte und niedrige Werte des Gelbkörperhormons Progesteron). Damit wird u.a. mehr Wasser im Gewebe eingelagert, was die schmerzhaften Schwellungen und das Spannungsgefühl auslöst.

 

Therapie

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach den individuellen Beschwerdebildern und dem Schweregrad der Erkrankung. Der Arzt erstellt einen Behandlungsplan, der auf die individuellen Beschwerden jeder Patientin zugeschnitten ist

Zur Auswahl stehen:

  • Pflanzliche Präparate mit Auszügen aus Mönchspfefferfrüchten (Agnus Castus), auch Keusch-Lamm genannt. 
  • Die Phytotherapie bietet mit dem Gesamtextrakt von Vitex agnus castus eine Therapieform, die eine Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichts ermöglicht. Das dopaminerge Wirkprinzip von Agnus castus bewirkt eine Normalisierung der hypophysären Prolaktinsekretion und eine Harmonisierung des Östrogen/Progesteronverhältnisses.
  • Ausschwemmende Medikamente (Diuretika zur Entwässerung werden nur in Ausnahmefällen bei schweren Ödemen angewendet.) 
  • Ovulationshemmer (z.B. die Pille): Gerade bei Frauen mit Symptomen wie Brustspannen, Krämpfen und Heißhunger kann die Pille eine Verminderung oder eine vollkommene Verbesserung der Beschwerden bewirken. Allerdings kommt es dabei oft zu einer Verschlechterung der psychischen Beschwerden. 
  • Stimmungsaufhellende Präparate (Antidepressiva): Häufig steht die psychische Problematik im Vordergrund. Dann kann eine neue Generation von Antidepressiva, die sogenannten SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) schnell Linderung bringen. 
  • Analgetika (Schmerzmittel): Vorsicht bei der wahllosen Einnahme von Schmerzmitteln! 
  • Gelbkörperhormon: 10 bis 12 Tage vor der Regel beginnende Gabe von Progesteron 
  • Alternative Therapie (Nachtkerzenöl, Vitamin E, Vitamin B - Komplex, Fischölkapseln) 
  • Homöopathie: Die homöopathische Behandlung des prämenstruellen Syndroms zielt auf das facettenreiche Beschwerdebild ab. Zum Einsatz kommt die sogenannte Komplexhomöopathie. Dabei dient Vitex agnus castus als Basispräparat, das entsprechend den Symptomen durch weitere Homöopathika ergänzt wird. 
  • Cimicifuga racemosa: Cimicifuga spielt gerade in der Frauenheilkunde eine besonders große Rolle und wird hier bei einer gestörten Menstruation, Entzündungen, aber auch bei Schwangerschafts- und Klimakteriumsbeschwerden eingesetzt. Im Hinblick auf Beschwerden vor Eintritt der Periode eignet sich Cimicifuga für Frauen, die in diesem Zeitraum unter Kopfschmerzen, labilem Kreislauf und krampfartigen Unterbauchbeschwerden leiden. 
  • Cyclamen: Cyclamen hat einen Bezug zum Nervensystem, zu den Sinnesorganen und zum weiblichen Geschlechtsapparat. Sollte das Mittelbild Ihren Beschwerden entsprechen, so fühlen Sie sich vor Eintritt der Periode erschöpft und ausgelaugt, weinerlich und bedrückt. Außerdem leiden Sie unter migräneartigen Kopfschmerzen mit Sehstörungen und Schwindelgefühl. Die Brüste sind geschwollen und gespannt. 
  • Magnesium carbonicum: Bei Magnesium carbonicum, dem basischen Magnesiumcarbonat, handelt es sich um ein Homöopathikum aus der mineralischen Gruppe. Da es einen stark basischen Charakter hat, wird Magnesiumcarbonat – wie Natriumcarbonat – bei Übersäuerung des Magens eingesetzt. Im Hinblick auf das Prämenstruelle Syndrom treten hier vor der Periode Zeichen eines grippalen Infektes auf, wie z.B. ein Schnupfen, eine Hals- oder Rachenentzündung mit Kopfschmerzen. Zudem fühlt sich die Betroffene erschöpft und gereizt.



Selbsthilfe-Tipps

Durch Sport und Bewegung wird das im Körper gelagerte Wasser schneller abtransportiert. Vor allem entspannende Sportarten in Sonne und frischer Luft wie Spaziergänge, Radfahren, Joggen oder Schwimmen wirken depressiven Zuständen entgegen. Auch Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training, Massagen, Bäder) können das prämenstruelle Syndrom abschwächen. Weiterhin wirken ausgewogene Ernährung und ausreichender Schlaf den körperlichen Symptome entgegen.
 

Ernährungs-Tipps

Allgemein gilt, dass es beim PMS günstiger ist, mehrmals täglich kleinere kohlenhydratreiche Mahlzeiten, beispielsweise Müsli mit Obst, Vollkornprodukte, Kartoffeln einzunehmen. Die Lust auf Süßes sollte mit Obst und Nüssen befriedigt werden. Ein Verzicht auf Schokolade, Kaffee, Alkohol, Fleisch, Milchprodukte und Fett lindert zumeist die prämenstruellen Beschwerden. Auch Speisesalz erweist sich als ungünstig, weil es Flüssigkeit im Körper speichert und so das Spannungsgefühl erhöht. Es kann durch frische Kräuter ersetzt werden, die zusätzlich Vitamine und Spurenelemente liefern.

Bestens bewährt sich auch, viel Wasser und Kräutertee (Kamille, Salbei, Baldrian, Hopfen) zu trinken. 

 
 

  • Datum 18.05.2016
  • Autor Österreichische Apothekerkammer

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