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Prostataerkrankungen – Symptome und Behandlung

Nicht wenige Männer schämen sich, mit ihrem Arzt über Probleme mit diesem Organ zu sprechen, viele zögern die nicht gerade angenehmen Vorsorgeuntersuchungen hinaus: die Prostata. Nicht immer steckt hinter den Symptomen eine ernste Erkrankung, dennoch können unbehandelte Prostataerkrankungen gefährlich werden.

Wenn »Mann« sich scheut zum Arzt zu gehen

Bereits die Griechen erkannten die Wichtigkeit der Prostata und gaben ihr ihren Namen »Prostates« – Vorsteherdrüse. Die Prostata hat etwa die Größe einer Kastanie. Sie liegt direkt unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Hier münden auch die Samenleiter in die Harnröhre. Die Prostata verschließt
die Harnröhre, damit sich kein Urin mit Samenflüssigkeit vermischt und gleichzeitig die Samenleiter, damit kein Urin hineingelangt. Eine ihrer Aufgaben besteht in der Bildung des Prostatasekrets,
das den Hauptbestandteil der Samenflüssigkeit ausmacht. Das Sekret ist milchig-trüb und sorgt für die Beweglichkeit der Spermien.
Erkrankungen der Prostata werden im Allgemeinen unterteilt in gutartig und bösartig. Eine bösartige Prostataerkrankung ist das Prostatakarzinom. Zu den gutartigen zählen die Prostatavergrößerung – die BPH (Benigne Prostatahyperplasie) – und entzündliche Erkrankungen der Prostata (Prostatitis).


PROSTATAKREBS
Das Prostatakarzinom ist mittlerweile die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Für die Entstehung des Karzinoms sind viele Ursachen denkbar, etwa der häufige Genuss von rotem Fleisch, genetische Veranlagung und ethnogeographische Ursachen – Asiaten, zum Beispiel, erkranken wesentlich seltener an Prostatakrebs als Amerikaner. Im Anfangsstadium bemerken Betroffene meist keinerlei Beschwerden, hier ist das Prostatakarzinom noch sehr gut heilbar.

Dies erklärt auch, warum eine regelmäßige Kontrolle durch den Urologen ab dem 45. Lebensjahr besonders wichtig ist. Prostatakrebs geht nicht zwangsläufig aus einer gutartigen Prostatavergrößerung
hervor, es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen.


DIE GUTARTIGE PROSTATAVERGRÖSSERUNG


Von einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) spricht man, wenn die Drüsenanteile der Prostata, die um die Harnröhre angesiedelt sind, vergrößert sind und zu einer Einengung der Harnröhre führen. Dies bereitet vor allem beim Wasserlassen Probleme. Ab dem 75. Lebensjahr ist eine Prostatavergrößerung nahezu bei jedem Mann nachweisbar. Krankhaft ist eine Vergrößerung aber nur, wenn sie auch Beschwerden bereitet. Bei den Beschwerden der Prostatavergrößerung spricht man vom Benignen Prostata-Syndrom (BPS). Zu den Symptomen zählen ständiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, Harnstrahlabschwächung oder auch Restharngefühl. BPH kann pflanzlich behandelt werden – etwa mit Sägezahnpalmenfrucht, Brennnesselwurzel und Kürbissamen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verabreichung von Alpha-1-Rezeptorblockern, welche zur Entspannung der Muskeln des Blasenauslasses beitragen oder 5-alpha-Reduktasehemmer, die eine Drüsenvolumenreduktion bewirken. Tritt keine Besserung der Beschwerden unter medikamentöser Behandlung ein, muss das vergrößerte Gewebe operativ entfernt werden.


PROSTATITIS


Bei der Prostatitis handelt es sich um eine akute oder chronisch entzündliche Erkrankung der Prostata. Typische Symptome sind hohes Fieber, Brennen in der Harnröhre und beim Wasserlassen oder auch Druck am Schambein sowie ein Ziehen in den Hoden. Die Erreger können meist in Urin und Blut nachgewiesen werden, es kann auch ein Tastbefund sinnvoll sein. Die Entzündung lässt sich gut mit einer antibiotischen Langzeittherapie behandeln.


GEHEN SIE ZUR VORSORGE!


Die Untersuchung beinhaltet meist:
1.eine Tastuntersuchung: Der Arzt untersucht rektal die Beschaffenheit der Prostata,
2.eine Blutuntersuchung: Zur Ermittlung des PSA-Werts (PSA =prostataspezifisches Antigen) sowie eventuell
3.eine Ultraschalluntersuchung: Sollte bei der Tast- und Blutuntersuchung etwas Auffälliges gefunden worden sein, kann eine Ultraschalluntersuchung erfolgen.


Ihre Prostata leidet lange still. Daher ist die regelmäßige einmal jährliche Vorsorgeuntersuchung wichtig. Die meisten Behandlungsmöglichkeiten sind ohnedies unkompliziert und helfen rasch, Ihre Beschwerden zu beseitigen – scheuen Sie nicht den Arztbesuch!

 

  • Datum 16.05.2014
  • Autor CB