Psoriasisarthritis - Rheuma auf der Haut

Rheumapatienten quälen häufig nicht nur Gelenksprobleme, sondern auch vielfach Hautsymptome. Umgekehrt ist es genauso – Hautpatienten haben nicht selten auch rheumatische Beschwerden. Eine der häufigsten Krankheiten, die sowohl Haut als auch Gelenke betrifft, ist die Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis genannt.

Die Psoriasis ist seit jeher eine gefürchtete Erkrankung. Die roten, schuppenden Flecken auf der Haut sowie die Kopfschuppen stellen nicht nur ein massives kosmetisches Problem dar, sondern sind für die Betroffenen auch psychisch sehr belastend. Darüber hinaus geht bei rund 50 Prozent der Betroffenen die Schuppenflechte häufig mit Gelenks- und Kreuzschmerzen, geschwollenen Gelenken sowie Sehnen- und Muskelschmerzen einher. Vor allem bei schweren Hautveränderungen und einem Befall der Finger- und Zehennägel sind Gelenksentzündungen sehr häufig. Starke Symptome auf der Haut wiederum haben einen Einfluss auf die Psyche.

"Laut den neuesten wissenschaftlichen Studien verspüren die Patienten mehr Schmerzen in den Gelenken, je stärker das Hautbild betroffen ist“, sagt Dr. Thomas Schwingenschlögl.  „Daher ist es für diese Patienten eine große Erleichterung, dass ab sofort eine neue Generation von Rheumamedikamenten verfügbar ist - sogenannte Small Molecules, eine Gruppe neuer Medikamente mit kleiner Molekülmasse, die gut verträglich sind und oral verabreicht werden können“, ergänzt Dr. Schwingenschlögl.


Checkliste: Wie erkenne ich eine Psoriasisarthritis?

  • Gelenksentzündungen: Meist an den Finger- und Zehenmittel- und Endgelenken. Oft ist ein ganzer Finger oder eine Zehe wurstförmig verschwollen (Daktylitis). Häufig sind auch die großen Gelenke der Beine wie Knie, Hüfte, Sprunggelenke oder Fußwurzelgelenke betroffen. Die entzündeten Gelenke sind geschwollen, gerötet, heiß, druckempfindlich und sehr schmerzhaft. Wird nicht behandelt, dann verformen sich die Gelenke und werden steif. Im Unterschied zur rheumatoiden Arthritis sind die Gelenke häufig asymmetrisch befallen.
  • Wirbelsäulenbefall: Entzündliche Veränderungen an Wirbelsäule und Kreuzdarm-beingelenken äußern sich als tiefsitzende Kreuzschmerzen, Ruheschmerzen beim Liegen und als eine ausgeprägte Morgensteifheit.
  • Die Haut: Die Schuppenflechte kann von milden Verläufen mit einzelnen Flecken am Kopf oder Nabel bis hin zu einem Ganzkörperbefall alle Varianten zeigen. Finger- und Zehennägel sind so gut wie immer befallen. Stecknadelkopfgroße Grübchen, weißlich bis gelblich-braune glänzende Stellen im Nagel (sogenannte Ölflecke) und ein Abheben des Nagels vom Nagelbett sind typische Merkmale der Schuppenflechte. Die psoriatischen Veränderungen gehen der Arthritis meist einige Jahre voraus und können manchmal sogar erst nach Ausbruch der Gelenksentzündung auftreten.
  • Weichteilentzündungen: Charakteristisch sind Entzündungen der Sehnenansätze wie z.B. am Fersenbein, an der Achillessehne, am Brustbein, an den Beckenknochen oder am Ohrknorpel. Viele Betroffene schildern wandernde Muskel- und Bindegewebsschmerzen am ganzen Körper.



Bei manchen Patienten finden sich auch Veränderungen an den Augen wie Bindehaut- oder Regenbogenhautentzündungen, Entzündungen der Harnwege oder chronische Darmentzündungen. Bei Blutuntersuchungen sind hohe Entzündungswerte (Blutsenkung, CRP) auffällig. Der Rheumafaktor selbst ist meist negativ. Dafür kann in vielen Fällen der genetische Marker HLA-B27 nachgewiesen werden. „Daher ist es sehr wichtig, die Hauterkrankung und die sonstigen Symptome einem Krankheitsbild richtig zuzuordnen und zu behandeln. Denn wird die Psoriasisarthritis nicht rechtzeitig behandelt, kommt es zu starken Gelenksverformungen und Dauerschmerzen“, meint der Internist und Rheumatologe Dr. Schwingenschlögl.

 

  • Datum 20.01.2016
  • Autor Kristin Allwinger MSc, Akonsult KG | Dr. Thomas Schwingenschlögl, Wiener Neudorf

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