Einschränkungen für Quecksilber

Die EU sieht die Freigabe von Quecksilber als globale Bedrohung und will die Verwendung des Metalls deutlich einschränken. Hiergegen protestieren Hersteller homöopathischer Arzneimittel: Einige Präparate kämen ohne Quecksilber nicht aus.

Die von Quecksilber ausgehenden Gesundheitsgefahren sind wissenschaftlich erwiesen. „Die Freisetzung von Quecksilber wird als globale Bedrohung erkannt“, schreibt die Europäische Union in ihrer Verordnung 1102/2008, die den Umgang mit dem Metall bisher regelt. Das acht Jahre alte Gesetz soll nun durch ein schärferes abgelöst werden.

Anders als in der aktuellen Verordnung soll es nach dem Willen der EU-Kommission zukünftig keine Ausnahmen für die medizinische Verwendung von Quecksilber mehr geben – vom eingeschränkten Einsatz für zahnmedizinische Zwecke abgesehen. Diese Entscheidung trifft auf Ablehnung bei Herstellern homöopathischer Arzneimittel: Wenn die Herstellung, der Handel und die Verwendung von Quecksilber weiter eingeschränkt werden, wird die Zubereitung und der Verkauf verschiedener homöopathischer Präparate deutlich erschwert oder sogar verhindert. Auch in der anthroposophischen Medizin wird das giftige Metall in geringen Mengen verwendet.
 

„Quecksilber und Quecksilberverbindungen stellen für manche homöopathische und andere traditionelle Arzneimittel einen unverzichtbaren Bestandteil dar“, schrieb der europäische Dachverband der Arzneimittelhersteller im Bereich der Selbstmedikation (AESGP) in einer Stellungnahme. „Es steht keine Quecksilber-freie Alternative zur Verfügung, die als aktiver Bestandteil in der Therapie mit homöopathischen oder anderen traditionellen Arzneimitteln verwendet werden könnte“, erklärt der Verband. Er weist darauf hin, dass die Sicherheit der Arzneimittel bereits durch die rechtlichen und regulatorischen Zulassungsanforderungen sichergestellt sei. „Diese Produkte sind seit Dekaden auf dem europäischen Markt und gehören zum Arzneimittel-Werkzeugkoffer“.

Auch die Potenzierung, also die in der Homöopathie durchgeführte Verdünnung der Ursprungssubstanzen, garantiere Sicherheit.

 

www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/08/23/homoeopathie-hersteller-fuerchten-einschraenkungen-fuer-quecksilber

  • Datum 07.09.2016
  • Autor hfd / DAZ.online

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