Rauchen vernichtet Y-Chromosome

Tabakqualm ist nicht gesund – das ist hinlänglich bekannt. Dass rauchende Männer aber auch ihre Y-Chromosomen aufs Spiel setzen, zeigt nun eine Studie aus Schweden.

Raucher haben es schwer: Ihr Risiko für Krebs und Herzerkrankungen ist deutlich höher als das von Nichtrauchern. Außerdem ist ihr Laster teuer und sorgt für unangenehme Gerüche. Jetzt kommt eine weitere Gefahr hinzu – zumindest für qualmende Männer. Diese erhöhen nämlich durch den Tabakgenuss das Risiko, ihre Y-Chromosomen zu verlieren, wie Forscher der Universität Uppsala herausgefunden haben. Die im Fachjournal Science veröffentlichte Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit bei Rauchern viermal so hoch ist, Blutzellen ohne das Y-Chromosom zu haben. 

Das ist durchaus Grund zur Besorgnis. „Der Verlust des Y-Chromosoms in Blutzellen wird mit einem erhöhten Risiko für nicht-hämatologische Tumore in Verbindung gebracht“, so die Autoren. Sie wissen, wovon sie sprechen: Erst im April hatten die Forscher in einer Publikation in Nature Genetics gezeigt, dass der Verlust des Y-Chromosoms im Blut mit einer niedrigeren Lebenserwartung einhergeht.

Für ihre Forschung wurden Daten von drei laufenden Langzeitstudien ausgewertet, welche die Zusammenhänge zwischen Verhalten, Lebensweise und Krankheiten untersuchen. Sie fanden heraus, dass nur zwei Faktoren mit erhöhtem Verlust von Y-Chromosomen einhergingen – das Alter und Tabakkonsum. Rauchern fehlten 2,4- bis 4,3-mal so häufig Y-Chromosomen in ihren Blutzellen wie Nichtrauchern.

Es gibt aber auch Trost für die paffenden Männer: Der vom Tabakrauch verursachte Schaden an den Y-Chromosomen scheint reversibel zu sein und hängt überdies von der Dosis ab. Exrauchern fehlten nicht mehr Y-Chromosomen als Männern, die nie geraucht hatten. Es sei also nie zu spät aufzuhören, so die Forscher.
 

  • Autor laborwelt.de/um