Rheuma: Raum für Besserungen trotz Fortschritt

Viele Rheuma-Patienten leiden trotz Therapie noch immer unter täglichen Schmerzen, Morgensteifigkeit, Müdigkeit. Die Betreuung der Patienten ist kompliziert. Aber neue Therapieoptionen, neue Wirkmechanismen und Applikationsformen vergrößern die Möglichkeiten einer individuellen Therapie.

Es gibt nach wie vor zu wenige Rheumatologen vor allem im niedergelassenen Bereich und lange Wartezeiten an den Ambulanzen. Generell ist die Betreuung der Patienten aufwendig, da Rheumatoide Arthritis eine chronische Erkrankung ist, die in Schüben verläuft, Beeinträchtigungen in alle Lebensbereichen mit sich bringt. Das Medikamentenmanagement ist komplex, da subkutane/iv Applikation der Biologika. Bis dato sind ausschließlich parenterale Biologika bei Rheumatoide Arthritis verfügbar. Das Ziel ist die Remission. Trotz vieler Therapien ist die Remissionsrate noch immer zu niedrig (< 50% in Registern). Ein schnelles Abklären und rasches Handeln verkürzt die Dauer einer nutzlosen Therapie.
Die Wichtigkeit der Reha, in der man drei bis 6 Wochen von einem umfassenden ärztlichen Team betreut wird, bestehend aus Psychologen und Diätologen, sollte weiter an Bedeutung gewinnen.


Viele Patienten leiden trotz Therapie noch immer unter täglichen Schmerzen, Morgensteifigkeit, Müdigkeit. Die Betreuung durch Gesundheitsberufe sollte von der Diagnose bis hin zur Therapie gehen. Mag. Martin Schaffenrath, Vorsitzender-Stv. des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, artikuliert folgende Anliegen: „Anlässlich des World Arthritis Day’s wünsche ich mir, dass den Patienten mehr Zeit im Arztgespräch geschenkt und individuelle Therapiepläne mit umfassenden Informationen erstellt werden. Die Gesundheitskompetenz und das Wissen über die eigene Gesundheit halte ich für einen der wichtigsten Faktoren in Bezug auf die Gesundheitserhaltung. Prävention und Vorsorgemedizin ist der Schlüssel dafür und hier müssen wir seitens der öffentlichen Träger noch mehr Geld in die Hand nehmen. Auch eine schnellere und effizientere Wiedereingliederung in den Beruf nach der Krankheit ist ein weiteres Ziel, das wir als Sozialversicherung forcieren müssen.“
 

Behandlung: damals und heute


Seit Einführung der Biologika stehen viele Behandlungsoptionen zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf beeinflussen und irreversible Gelenksschäden verhindern können. Dem Therapieziel (Remission) konnte damit sehr nahe gekommen werden, allerdings erreichen nach wie vor nicht alle Patienten dieses. Darüber hinaus bleiben PROs („Patient Reported Outcomes“) hinzureichend adressiert, wie Schmerz, Fatigue und Müdigkeit, die den Patienten im Alltag ebenso massiv beeinträchtigen. Hinzukommt, dass Diskrepanzen zwischen klinischen Zielen und den Bedürfnissen von Patienten bestehen.Die Bedeutsamkeit der raschen Diagnose und Überweisung zum Facharzt ist ebenso wichtig wie die Kommunikation zwischen Praktiker und Facharzt. Das bestätigt auch Dr. Christoph Dachs, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin: „Ich sehe es als wichtigste Aufgabe von uns Allgemeinmedizinern, dass wir die Früherkennung und Erstdiagnostik vornehmen. Für die manchmal nicht einfache Diagnose Rheuma spielt die Zusammenarbeit mit den Rheumatologen eine wichtige Rolle.“

 

  • Datum 06.10.2016
  • Autor Mag. David Zalud, Bakk.phil. |Welldone Werbung und PR GmbH

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