Richtig bewegen bringt´s

Täglich 22 Minuten Ausdauertraining und Muskelaufbau! Wer das regelmäßig macht, erreicht bereits die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 150 Minuten moderate bis intensive Bewegung pro Woche. Radfahren, zügig Gehen, abends vom Büro nach Hause laufen – auch all das wäre eine Bewegungsalternative und würde uns mobil halten und sehr wesentlich zu mehr Gesundheit beitragen.

Doch einer von vier Österreichern bewegt sich so gut wie nicht, so das Ergebnis der österreichischen Gesundheitsbefragung 2014 (Statistik Austria). Das führt zu Rückenleiden, Diabetes mellitus Typ 2, Arthrose, Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ergänzend zu den persönlichen Leidenswegen kommen die anfallenden Kosten im Gesundheitswesen. Diese liegen bei bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr allein in Österreich, so das Resultat einer aktuellen volkswirtschaftliche Studie im Auftrag der Bundes-Sportorganisation (www.bso.or.at/wirtschaftsstudie).

Im Rahmen der „Woche der Public Health“ trafen sich in Wien 1800 Experten zur 9. European Health Konferenz (EPH Conference). Während diese sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und effektiven Umsetzungsstrategien auseinandersetzten, haben Schülerinnen und Schüler ihren aktiven Beitrag vorgezeigt. Gemeinsam mit Konferenzteilnehmern und hochkarätigen Public Health Experten wurde im Wiener Austria Center geturnt. Tagungspräsident und Vorsitzender der Österreichischen Public Health Gesellschaft Prof. Dr. Thomas Dorner: „Ob beim täglich Trainieren oder in der hohen Politik, es geht immer und immer wieder darum, es auch zu tun. Nur damit kommen wir wirklich einen wichtigen Schritt weiter. Die Auswirkungen auf die Gesundheit müssen in allen Entscheidungen und in allen Politikfeldern berücksichtigt werden.“

Breitensport fällt in die Kompetenz von Bundesminister Hans Peter Doskozil. Für ihn ist es klar: „Gesundheitsvorsorge ist ein wichtiger Teil zum Wohlergehen unserer Gesellschaft. Im Bereich gesundheitsfördernder Bewegung kann das Sportministerium hier einen wichtigen Beitrag leisten. Mit dem Pilotprojekt „Täglichen Sport- und Bewegungseinheit in Schulen“ setzen wir beispielsweise bereits bei den Jüngsten an. Ich bin davon überzeugt, dass die Begeisterung für Bewegung bereits früh geschaffen werden muss um bis ins hohe Alter gesund und aktiv zu bleiben.“

Österreichisches Projekt mit Vorbildwirkung

Im Rahmen der EPH Conference wurde auch ein österreichisches Projekt mit europaweiter Vorbildwirkung vorgestellt. „Personen welche am Vereinsprogramm teilnehmen erreichten bereits sieben Wochen nach der Kur 191 Minuten körperlicher Aktivität mit mittlerer Intensität pro Woche – und haben somit die nationalen Bewegungsempfehlungen mehr als erfüllt. Personen in der Kontrollgruppe haben jedoch die Mindestempfehlungen verfehlt“ ist der Präsident der SPORTUNION Hartwig Löger zu Recht stolz auf seine Sportvereine.

Von Prof. Dr. Sally Wyke wurde bei der Public Health Konferenz die kürzlich im Fachmagazin „The Lancet“ publizierte Studie „Football Fans in Training“ vorgestellt. Eine bekannte Herausforderung im Gesundheitssystem ist, dass insbesondere Männer erst dann zum Arzt gehen, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist. Um diese Versorgungslücke zu schließen hat die Universität Glasgow einen innovativen Ansatz gewählt: Männer mit Adipositas wurden über die lokalen Fußballclubs rekrutiert und zu einem Gesundheitsprogramm eingeladen, welches aus körperlichen Training, Ernährungsthemen und Wissensvermittlung bestand. Es konnte nicht nur das Körpergewicht signifikant reduziert werden, auch Risikofaktoren für Zivilisationserkrankungen wurden innerhalb der ersten 12 Monate positiv beeinflusst. Das Programm war so erfolgreich, dass es mittlerweile von der Schottischen Regierung als zentrale Gesundheits-Maßnahme breit ausgerollt wird.

Keine Ausreden mehr – über 8000 Bewegungsangebote auf einem Blick

Eine Gemeinsamkeit der österreichischen und der schottischen Studie ist, dass beide Projekte auf das soziale Gefüge der Gruppe setzen. Bewegungsgruppen bieten viel mehr als nur körperliches Training: sie sorgen für soziale Anerkennung, Freundschaften entstehen -  aber auch der fixe Eintrag in den persönlichen Terminplan und die Anleitung von einem Trainer sind Erfolgsfaktoren in der Aktivierung von Bewegungsmuffeln. Ein einfacher Tipp, wie jeder in Österreich eine für sich passende Bewegungsgruppe findet ist mit der Datenbank „www.fitsportaustria.at“ gegeben. Hier sind mehr als 8.000 gesundheitsfördernde Bewegungsprogramme in allen Bundesländern auf einer Plattform gesammelt.

 

  • Datum 15.11.2016
  • Autor Maria Weidinger-Moser, Kommunikation Public Health Konferenz

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