Rückenmark: neue Entdeckung

Das Rückenmark kann auch nach Querschnittslähmung durch elektrische Impulse eines Stimulators Aktivitäten in der Beinmuskulatur auslösen. Einem Team an der MedUni Wien ist es gelungen, jene Mechanismen zu identifizieren, über die das Rückenmark diese Aktivitäten steuert.

Menschen mit Querschnittslähmung besitzen im Rückenmark unterhalb der Verletzung noch immer Nervenverbände, die rhythmische Bewegungen in den Beinen auslösen können, heißt es seitens der MedUni Wien.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitchrift "Brain" veröffentlicht. Das Gehirn bzw. der Hirnstamm fungieren zwar als Kommandozentrale, aber Nervennetzwerke im Rückenmark generieren die komplexen motorischen Erregungsmuster selbst. Diese Lokomotionszentren gibt es bei den meisten Wirbeltieren. Ein Beispiel dafür, dass das Rückenmark auch noch Signale aussendet, wenn das Gehirn nicht mehr beteiligt ist, ist das im Hof herumlaufende, kopflose Huhn. Das Rückenmark sendet auch nach Verlust der Steuerung durch das Gehirn noch motorische Signale aus, die in Lauf- und Flügelbewegungen umgesetzt werden.    

Die neuen Erkenntnisse zu diesen Grundmustern für das Auslösen und die Koordination von Muskelbewegungen in den Beinen könnten eventuell auch neue Rehabilitationsansätze ermöglichen. Dies könnte auch für den Zustand von Patienten nach Querschnittslähmung gelten.