Aktiv gegen Rückenschmerz bei langen Autofahrten

Ein Ziehen im Nacken, das Kreuz schmerzt, die Hände beginnen zu prickeln und die Muskulatur ist bretthart und steif?

Herr Peter D. (51) ist von Berufs wegen viel mit dem Auto unterwegs. Täglich hat er dasselbe Problem. Ein Ziehen im Nacken, das Kreuz schmerzt, die Hände beginnen zu prickeln und die Muskulatur ist  bretthart und steif. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als einen Tag ohne Rückenschmerzen. Doch wie  soll das möglich sein, er möchte ja nicht seinen Job wechseln, den er so liebt.

Starres Sitzen führt zum Ungleichgewicht der Muskulatur. Rundrücken, Verspannungen vom  Schultergürtel-Nackenbereich bis zum Kreuzbein können die Folge sein. Daher sind  Ausgleichsbewegungen bei langer sitzender Tätigkeit das um und auf. Machen Sie öfter mal eine Pause (wenigstens alle ein bis 2 Stunden!), strecken Sie sich durch bewegen Sie Schultern und Arme, strecken  Sie sich! Doch allem voran – achten Sie auf Ihre Haltung!

Richtige Haltung - falsche Haltung - was ist darunter zu verstehen?

Die richtige Haltung ist, wenn die Wirbelsäule aufrecht auf dem Becken steht und nicht in sich  zusammensinkt, die Schultern gerade sind und nicht nach vorne hängen, so dass wir einen Rundrücken machen und unsere Halswirbelsäule belasten.

Ist schlechte Haltung nur Schlamperei - oder ist sie das Ergebnis von Alltagsbelastungen?

In erster Linie ist sie die Folge unserer einseitigen und bewegungsarmen Lebensweise. Unser Körper  ist für Rundumbewegung gebaut. Die gute Nachricht – beginnen Sie regelmäßig mit entsprechenden  Übungen, können Sie eine deutliche Besserung der Probleme erzielen. Lassen Sie einfache  Ausgleichsübungen im Stehen immer wieder einfließen

  • Ziehen Sie abwechselnd die rechte und die linke Schultern zu den Ohren hoch – und fallen lassen.
  • Kreisen Sie eine Schulter nach rückwärts, dann die zweite, danach beide zugleich.
  • Hände am Hinterkopf verschränken, die Ellenbogen nach hinten ziehen und mit dem Kopf dagegen drücken.
  • Drehen Sie den Kopf langsam von einer Seite zur anderen, in der Mitte kurz anhalten.
  • Nicken Sie langsam mit dem Kopf zur Seite, in der Mitte und zur anderen Seite.
  • Neigen Sie den Kopf seitlich zur Schultern (Ohr zur Schulter).
  • Rollen Sie den Kopf langsam von einer Schulter über die Brust zur anderen, aber nicht nach rückwärts.
  • Rollen Sie den Oberkörper langsam - einen Wirbel nach dem anderen - hinunter und langsam wieder aufrichten.
  • Heben Sie einen Arm hoch und dehnen Sie beide Arme nach rückwärts, jedes Mal die Arme wechseln.
  • Heben Sie einen Arm über den Kopf hoch und neigen den Oberkörper zur Seite, aufrichten und zur anderen Seite hinüber.

 

Lendenstützpolster

Wenn der Sitz nicht so richtig passt, kann ein kleiner, nierenförmiger Polster, den man zur Unterstützung zwischen schmerzendem Rücken (Übergang Brustwirbelsäule – Lendenwirbelsäule) und Lehne gibt,  helfen. Vorteilhaft sind solche Polster an einem breiten Band mit Gewicht am zweiten Bandende, so dass sie individuell höhenverstellbar sind.

Vergessen Sie nicht – entspannen ist wichtig!

Nicht nur für die Seele, auch für den Nacken ist innere Ausgeglichenheit eine wesentliche Basis des  Wohlbefindens. Je mehr Last auf unseren Schultern ruht, umso mehr spannt der Körper an. Versuchen  Sie über positive Gedanken, diesem Effekt gegenzusteuern. Lächeln Sie öfter Mal und freuen Sie sich  über Kleinigkeiten! Denn eine gute Haltung hat auch viel mit einer positiven Lebenseinstellung zu tun.

  • Datum 21.06.2016
  • Autor Prof. Dr. med. Andrea Dungl-Zauner und Mag. pharm. Claudia Dungl

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