Viel Salz schwächt das Immunsystem

Experten warnen seit langem vor zu viel Salz im Essen. Jetzt steht fest: Ein übermäßiger Salzkonsum schwächt sogar das Immunsystem.

Ohne Salz schmeck fast jedes Essen fad. Doch das Gewürz hat es in sich. Experten warnen seit langen vor zu viel Salz im Essen, da es Bluthochdruck fördert. Doch auch als Mitverursacher von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Krankheiten, Autoimmunerkrankungen und Krebs kommt Natriumchlorid in Betracht. Forscher vom Experimental Clinical Research Center und der Charité sind seit langem den Folgen eines übermäßigen Salzkonsums auf der Spur. „Doch sind die Erkenntnisse darüber zum Teil noch sehr umstritten, weil man die Mechanismen nicht kennt. Und wir wissen auch nicht, was genau zu viel Salz ist, beziehungsweise, wie viel Salz man essen kann, um noch auf der sicheren Seite zu sein“, sagt Dominik Müller.

Gemeinsam mit weiteren Kollegen konnte der Molekularbiologe nun nachweisen, dass ein erhöhter Salzkonsum zumindest bei Nagern zu einer verzögerter Wundheilung führte. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal „Journal of Clinical Investigation“ berichten, bringt zu viel Salz das Immunsystem ins wanken und sorgt dafür, dass Wunden schlechter heilen.

Konkret sorgt eine bestimmte Gruppe von Fresszellen, die Makrophagen vom Typ2 dafür, dass das Immunsystem geschwächt wird und so Entzündungen nicht effektiv bekämpft werden können. Bei Nagern, die mit stark salzhaltigem Futter ernährt wurden, war der Studie zufolge die Wundheilung jedenfalls verzögert. Müller und sein Team hatten in früheren Untersuchungen bereits nachgewiesen, dass zu viel Salz auch Autoimmunkrankheiten fördern kann. Im Rahmen eines anderen Projektes stellten sie fest, dass sich überschüssiges Salz nicht im Blut, sondern in den Zwischenräumen von Haut- und Muskelzellen ansammelt.



 

  • Datum 03.11.2015
  • Autor © laborwelt.de/bb

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Gewürze aus der Apotheke

Schon vor Jahrhunderten waren mühe- und gefahrenvolle Handelswege erkundet worden, um aus dem Morgenland Gewürze jeglicher Art zu holen. Diese »Aromen« waren so heiß begehrt, dass Europas Seefahrernationen im Fernen Osten untereinander Kriege austrugen, um damit die Herrschaft über den Gewürzanbau vor Ort und den Gewürzhandel zu erringen.

hier weiterlesen


Hohes Risiko im Winter für Verbrennungsunfälle bei Kindern

Die kalten Wintermonate sind die Hochrisikozeit für Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle von Kindern. Allein im Jänner müssen in Österreich pro Tag rund zehn Kleinkinder unter vier Jahren wegen derartiger Verletzungen ins Krankenhaus.

hier weiterlesen


Lungenkrebs: Vermeidbare Tragödie

"Der Lungenkrebs ist der wichtigste Krebs weltweit. Er ist eine vermeidbare Tragödie", sagt Robert Pirker, Wiener Lungenkarzinomspezialist. "Global erkranken pro Jahr rund 1,8 Millionen Menschen an einem Lungenkarzinom.."

hier weiterlesen


Influenza: Gefahr für Mutter und Kind
Impfung

Influenza: Gefahr für Mutter und Kind

In der Schwangerschaft an einer „echten“ Grippe zu erkranken kann das Leben von Mutter und Kind gefährden. Aber auch bei Klein- und Schulkindern ist mit einer Influenza-Infektion nicht zu spaßen.

hier weiterlesen


Mit Arzneipflanzen Erkältungssymptome lindern

Insbesondere in der kalten Jahreszeit steigt die Häufigkeit von – zumeist viral bedingten – Erkältungskrankheiten. Nach wie vor werden oft Antibiotika verordnet, obwohl pflanzliche Arzneimittel eine wirksame und sichere Alternative wären .

hier weiterlesen


Ungewissheit, die krank macht

Wer seinen Arbeitsplatz als unsicher empfindet oder von unfreiwilliger Umgestaltung bedroht sieht, kann darunter leiden wie unter einer körperlichen Krankheit. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie hin.

hier weiterlesen