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Sauerstofftankstelle für COPD-Patienten

Österreichweit leiden 400.000 Menschen an der tückischen Lungenkrankheit COPD. Die Weltgesundheitsorganisation erwartet, dass die COPD bis zum Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache in den entwickelten Wirtschaftsländern sein wird. Viele Patienten brauchen zum Atmen medizinischen Sauerstoff, der aus mobilen Tanks über die Nase verabreicht wird. Um die Mobilität und die Lebensqualität dieser Patienten zu erhöhen, haben die Apotheken österreichweit Sauerstofftankstellen eingerichtet, wo die mobilen Tanks kostenlos aufgeladen werden können. Die Aktion ist eine Kooperation mit der Österreichischen Lungenunion und der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie.

Mehr Mobilität und Lebensqualität

Was ist COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)?
COPD ist die Abkürzung für eine chronische Atemwegserkrankung. „Die Krankheit äußert sich durch chronischen Husten, häufig Schleimbildung und Atemnot“, erklärt Dr. Sylvia Hartl, Präsidentin der Österreichischen Pneumologischen Gesellschaft.

Die chronische Entzündung zerstört dabei die Lungenstruktur, das heißt, dass auch die feinen Lungenbläschen, die den Sauerstoff in den Körper aufnehmen, zerstört werden. Sauerstoff wird aber von allen Organen zum Leben benötigt. Daher kommt es im Lauf der Erkrankung unbehandelt auch zu schweren Folgeschäden an allen Organen, die die Lebenserwartung verkürzen können.

„Was in der Regel mit Atemnot beginnt, beeinflusst das Leben zunehmend stärker. COPD führt sehr oft, insbesondere wenn sie nicht rechtzeitig oder nicht angemessen behandelt wird, zu persönlichem Leid, Einschränkungen in der Lebensperspektive, zerstörten Hoffnungen, Depressionen, reduzierter Mobilität, schlechterer Lebensqualität und verkürzter Lebenserwartung“, so Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion.

Therapie von COPD
Als chronische Erkrankung ist COPD nicht heilbar, jedoch behandelbar. Das Behandlungsziel besteht darin, das Fortschreiten der Erkrankung zu mindern oder aufzuhalten und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die Behandlung erfolgt vorwiegend mittels inhalierbarer Medikamente (Inhalatoren, Dosieraerosole), die vom Lungenfacharzt verschrieben werden. Die Früherkennung spielt eine große Rolle, um Folgeschäden zu vermeiden. Man geht davon aus, dass in Österreich mehr als 25 Prozent der über 40-Jährigen von COPD betroffen sind. Besonders dramatisch: Viele leiden an den Folgen, ohne von der Erkrankung zu wissen. „Aufgrund des mangelnden Bewusstseins ist nur etwa jeder 10. COPD-Betroffene bei einem Arzt in Behandlung und erhält eine entsprechende Therapie“, so Hartl.

Dadurch geht eine wichtige Möglichkeit für Vorbeugung durch Impfung wie Grippe- und Pneumokokkenimpfung verloren und viele, die wegen Sauerstoffmangels in schweren Krankheitsstadien eine Anreicherung des lebenswichtigen Sauerstoffs in der Atemluft benötigen, kommen nicht zur regelhaften Therapie. Ob man so eine Therapie benötigt wird durch die Messung von Sauerstoff im Blut beim Lungenfacharzt oder in der Klinik gemessen. Sauerstoff kann im Körper nicht gespeichert werden, daher muss die Sauerstoffzufuhr ständig über die Nase erfolgen. Eine genaue Dosierung muss eingehalten werden da zu wenig Sauerstoff keinen Nutzen bringt, aber zu viel Sauerstoff giftig ist. „Die Sauerstofftherapie verlängert das Leben der Betroffenen und ist daher ein sehr wichtiger Bestandteil der Behandlung“, so Hartl weiter.

Wann kommt medizinischer Sauerstoff zum Einsatz?
Ab einem gewissen Stadium brauchen manche Patienten reinen Sauerstoff zum Atmen. „Medizinischer Sauerstoff ist ein Arzneimittel und unterliegt deshalb strengsten Sicherheits- und Qualitätsauflagen. Von der Herstellung über die Qualitätssicherung bis zur Logistik ist die Handhabe mit einem sehr großen Aufwand verbunden, bis der Sauerstofftank bei uns in der Apotheke den Kunden zur Verfügung steht,“ so Mag.pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Unter der dauerhaften Gabe von Sauerstoff kommt es zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit, bisweilen sind sogar fast normale körperliche Betätigungen möglich. Vielleicht noch mehr als bei anderen Arzneimitteln steht beim medizinischen Sauerstoff der Faktor Lebensqualität in ganz engem Zusammenhang mit der therapeutischen Wirkung. Durch vermehrte Bewegung wird ebenfalls der Abbau der Muskulatur vermieden.
Die Übertragung funktioniert über Flüssigsauerstoff oder einen elektrischen Sauerstoffkonzentrator, der den Körper mit zusätzlichem Sauerstoff per Nasenmaske oder -brille versorgt. Damit die COPD Sauerstofftherapie Wirkung zeigt, sollte die Versorgung bestenfalls rund um die Uhr, mindestens aber 16 Stunden pro Tag durchgeführt werden.

In der Regel werden die Patienten in ihrer Wohnung mit einem großen Sauerstofftank versorgt. Um sich jedoch auch außerhalb der Wohnung bewegen zu können, an die frische Luft zu kommen, Einkäufe zu erledigen oder einen Arztbesuch absolvieren zu können, wird ein tragbares Sauerstoffgerät verwendet. Die Tanks dieser tragbaren Sauerstoffgeräte müssen jedoch aufgrund der geringen Kapazität regelmäßig nachgefüllt werden. „Mehr Sauerstofftankstellen bedeuten mehr Lebensqualität und mehr Mobilität für unsere COPD-Patienten“, so Mag.pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.


Sauerstofftankstelle Apotheke
„Die Apotheken eignen sich hervorragend als Sauerstofftankstellen“, freut sich Spranger auf die bevorstehende Aktion. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Umgang mit medizinischen Gasen gut ausgebildet und die Qualitätsvorschriften der Apotheken unterliegen strengen Regeln, sodass eine hohe Qualität bei der Abgabe des Sauerstoffes gesichert ist. Außerdem sind die Apotheken mit ihren langen Öffnungszeiten und ihrer guten Erreichbarkeit für sauerstoffpflichtige COPD-Patienten ideale Anlaufstellen.

 

  • Datum 05.05.2014
  • Autor Österreichische Apothekerkammer