Sommerzeit: Hochsaison für Scheideninfektionen

Der Sommer steht in den Startlöchern und mit ihm die nächste Badesaison. Leider können nicht alle Frauen diese herrliche Zeit in vollen Zügen genießen. Denn gerade jetzt haben Infektionen der Scheide Hochsaison. Sie bringen unangenehme Begleiterscheinungen wie Brennen, Juckreiz und Ausfluss mit sich und können die entspannte Sommerzeit ordentlich vermiesen.

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Wenn es brennt und juckt – die Auslöser

Durch die normale Keimbesiedlung herrscht in der gesunden Scheide ein pH-Wert von 3,8 – 4,5. In diesem sauren Milieu gedeihen die Milchsäurebakterien besonders gut. Sie sorgen dafür, dass das bakterielle Gleichgewicht erhalten bleibt. Gerade beim Baden im Sommer beeinflussen aber viele Faktoren die Zusammensetzung der Bakterien in der Scheide negativ: Nasses Badegewand, das auf der Haut trocknet oder Chlorwasser etwa. Außerdem lauern in öffentlichen Toiletten oder in zu warmem Wasser Infektionsquellen.
 

SOS – Scheideninfektion: Erste Hilfe ist gefragt!

Hat man sich eine Scheideninfektion beim Baden „eingefangen“, ist der Weg zum Arzt absolut unerlässlich. Durch entsprechende Medikamente können die Beschwerden rasch und gut behandelt werden. Präparate gegen Pilze, sogenannte Antimykotika, werden als Salbe und/oder Zäpfchen verschrieben. Die Behandlungsdauer liegt zwischen einem und drei Tagen. Liegt eine bakterielle Infektion vor, ist ein Antibiotikum notwendig. Dabei ist es wichtig, die Einnahmevorschrift des Arztes genau zu beachten und das Antibiotikum auf keinen Fall selbstständig abzusetzen, wenn etwa keine Beschwerden mehr bestehen. Ein Wiederaufflammen der Infektion kann die unangenehme Folge sein. Wichtig: Präparate gegen Bakterien und Pilze bringen die Infektion zwar rasch zum Abklingen, schwächen aber wiederum die Milchsäurebakterien und damit die Scheidenflora – ein Teufelskreis, der oft lange andauert.

 


Tipps, damit Scheideninfektionen im Sommer keine Chance haben!

 

Normale Intimhygiene

Gynäkologen raten dringend von übermäßiger Intimhygiene ab. Die normale Reinigung des äußeren Intimbereiches mit warmem Wasser und einem sanften pH-neutralen Waschschaum ist vollkommen ausreichend.
 

Vorsicht auf fremden Toiletten

Im öffentlichen Bereich weiß man nie, wer vor einem die Toilette benützt hat. Wenn man akrobatische Toilettenkunststücke vermeiden möchte, empfehlen sich Desinfektionstücher für die Handtasche, mit denen man das WC vor der Benützung reinigt. (Achtung! Desinfektionsmittel unbedingt trocken werden lassen!)
 

Nasse Badebekleidung sofort wechseln

Besonders junge Frauen legen sich gerne zum Trocknen in die Sonne – wer anfällig für Scheideninfektionen ist, sollte das aber vermeiden. Die Verdunstungskälte der trocknenden Badesachen setzt die Hauttemperatur herab und das wiederum beeinflusst den pH-Wert in der Scheide und in der Harnröhre. Pilzinfektionen und Harnwegsinfekte haben dadurch leichtes Spiel.

 

Naturbadeteich oder Meer statt Chlorwasser

Wer empfindlich ist und zu Scheideninfektionen neigt, ist besser beraten, in natürlichem Wasser zu baden, denn Chlor greift die Scheidenflora an und mindert ihre Schutzfunktion. Andererseits: Nicht oder unzureichend desinfiziertes Wasser ist ein Tummelplatz für Pilzsporen und Bakterien - nichts für Frauen mit häufigen Scheideninfektionen. Die beste Alternative ist es daher, im Naturbadeteich oder Meer zu schwimmen.
 

Milchsäurebakterien vorbeugend verwenden

Experten empfehlen empfindlichen Frauen vor einem Schwimmbadbesuch vorbeugend die Anwendung einer Scheidenkapsel mit Milchsäurebakterien. Bei besonders starker Infektanfälligkeit ist diese vorbeugende Maßnahme auch längerfristig sinnvoll, etwa über die ganze Badesaison hinweg.

 

  • Datum 16.06.2016
  • Autor Hennrich.PR

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